Hedwig Fijen übergibt Leitung der ManifestaDie Manifesta bekommt eine neue Leitung. Hedwig Fijen zieht sich nach mehr als drei Jahrzehnten zurück. Die niederländische Kunsthistorikerin hatte die europäische Wanderbiennale mit aufgebaut und seitdem geprägt. Ihre Nachfolge übernimmt eine Doppelspitze: Emilia van Lynden wird Generaldirektorin, Catherine Nichols künstlerische Leiterin. Beide sind seit mehreren Jahren mit der Manifesta verbunden. Nichols kuratierte die 14. Manifesta 2022 im kosovarischen Pristina. Die diesjährige Ausgabe fand im Ruhrgebiet statt und bespielte unter dem Titel This is not a church zwölf Nachkriegskirchen in vier Städten. Damit rückte die Biennale erneut bestehende Bauten und ihre mögliche Umnutzung in den Fokus. Die nächste Manifesta ist im portugiesischen Coimbra geplant. (gh)
Wechsel in der Leitung der Bundesstiftung BauakademieZum gestrigen 1. November hat Elena Wiezorek die Bundesstiftung Bauakademie als Direktorin verlassen und ist zum Deutschen Städtetag gewechselt. Dort übernimmt sie das Amt der Beigeordneten für Stadtentwicklung, Wohnen, Bauen und Verkehr. Wiezorek hatte die Stiftung seit September 2025 geleitet und bleibt ihr laut Pressemitteilung künftig als Mitglied des Beirats verbunden. Jochen Rabe, der seit September dem Vorstand angehört, führt diesen nun vorerst allein. Im Januar hatte der Berliner Senat beschlossen, für den Wiederaufbau des Schinkel-Baus mit historischer Fassadengestaltung einen Realisierungswettbewerb auszuloben. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es bislang nicht. (gk)
Oxford Street wird FußgängerzoneSeit dem 26. Oktober 2026 lässt sich auf einem Teilstück der Londoner Oxford Street ausgiebig flanieren: Autos, Busse, Taxen, Fahrräder und E-Scooter dürfen den rund einen Kilometer langen Abschnitt zwischen Orchard und Great Portland Street nicht mehr befahren. Damit hat die seit Jahren diskutierte Umwandlung der berühmten Einkaufsstraße zur Fußgängerzone offiziell begonnen. Die Greater London Authority beauftragte ein Entwurfsteam unter Leitung des Londoner Büros East damit, den autofreien Bereich mit Sitzgelegenheiten, Bepflanzungen und Beschilderungen auszustatten. In Zusammenarbeit mit der Oxford Street Development Corporation wird diese Gestaltung nun während einer Übergangsphase in der Praxis erprobt. Parallel arbeiten HawkinsBrown (London) an einer langfristigen Designvision für die gesamte Oxford Street von Marble Arch bis Tottenham Court Road. Ab sofort heißt das: schlendern, verweilen – und erleben, wie sich die noch vor wenigen Tagen chronisch verstopfte Straße ohne Verkehr anfühlt. (da)
Peter Cook zum 90stenSir Peter Cook ist am 22. Oktober 90 geworden. Als Mitbegründer von Archigram dachte der Brite Architektur nicht als festes Objekt, sondern als wandelbares System. Die radikalen Gedankenexperimente der Avant-Garde-Gruppe – darunter die Megastruktur „Plug-in City“– prägen bis heute Generationen von Architekt*innen und Urbanist*innen. Gemeinsam mit Colin Fournier entwarf Cook das als „Friendly Alien“ bekannte Kunsthaus Graz. Als Dozent ermutigte er Studierende unter anderem der Bartlett School of Architecture und der Frankfurter Städelschule, Architektur zeichnerisch zu erforschen und über das Baubare hinauszudenken. Zudem ist er Mitglied der Royal Academy of Arts. Ans Aufhören denkt er aber nicht: Cook zeichnet weiter, publiziert und leitet sein Studio. Im vergangenen Jahr entwarf er für die Serpentine Galleries einen quietschbunten Pavillon, den Besucher*innen mit Lego bespielen konnten. In Turin ist derzeit seine Ausstellung „The City is a Garden“ zu sehen, außerdem sind mehrere Vorträge angekündigt. Happy Birthday, weitermachen! (kms)
Berlin gewinnt Rechtsstreit um Sozialwohnungen in der EuropacityGute Nachrichten für Mieter*innen – und das Land Berlin: Das Berliner Verwaltungsgericht hat entschieden, dass 215 möblierte Apartments in der Berliner Europacity künftig als Sozialwohnungen vermietet werden müssen. Die Eigentümer hatten versucht, die vertragliche Sozialbindung durch eine Grundstücksübertragung an eine Tochterfirma zu umgehen. Nun verurteilte das Gericht sie wegen „vorsätzlicher, sittenwidriger Schädigung“ zu Schadenersatz in Millionenhöhe. Eine Berufung ließ das Gericht nicht zu, aber die Eigentümer können Klage gegen die Nichtzulassung der Berufung erheben. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. Es sende aber ein wichtiges Signal an alle Projektentwickler, dass mit dem Land Berlin geschlossene städtebauliche Verträge grundsätzlich einzuhalten sind, so Bausenator Christian Gaebler (SPD). (kms)
Sanierung des Chrysler BuildingsDas New Yorker Chrysler Building soll saniert werden. Rund 200 Millionen Euro will Entwickler Tishman Speyer in den 1930 nach Plänen von William Van Alen fertiggestellten Art-déco-Wolkenkratzer investieren. Geplant sind die Sanierung von Fassade und Gebäudekrone, die Modernisierung der Haustechnik und die Neugestaltung der Innenräume. Die Besitzverhältnisse waren in den vergangenen Jahren turbulent. Grundstück und Gebäude gehören zwar der New Yorker Hochschule Cooper Union, doch die Nutzungsrechte wechselten mehrfach den Inhaber. 2008 wurden diese Rechte noch für 800 Millionen US-Dollar veräußert; 2019 gingen sie für gerade einmal 150 Millionen US-Dollar an Signa und RFR. Die angekündigte Sanierung blieb aus, Signa ging 2023 insolvent. Nun kehrt mit Tishman Speyer ein früherer Investor zurück, der das Gebäude bereits in den 1990er-Jahren sanieren ließ. Welches Architekturbüro die neuen Pläne umsetzt, ist noch offen. (dsm)
Wohnungen statt Libeskind-Hochhaus in PotsdamDer große Auftritt in Potsdam bleibt aus. Bereits vor einigen Monaten wurde bekanntgegeben, dass der 66 Meter hohe, von Studio Libeskind projektierte Büroturm nicht gebaut werden soll. Nun liegen konkrete Entwürfe für eine alternative Bebauung vor. Auf dem Grundstück an der August-Bebel-/Großbeerenstraße in Babelsberg soll ein deutlich niedrigeres, gemischt genutztes Quartier entstehen. Der Projektentwickler KW Development, der das Grundstück bereits 2020 vom Filmpark erworben hatte, plant dort bis zu 160 Wohnungen sowie Flächen für Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistungen. Die Gebäude sollen maximal sieben Geschosse hoch werden. (dsm)