Einfamilienhaus geklammert
Erweiterung in Leipzig von KO/OK Architektur
Für Haus Klammer hätte es keinen besseren Titel geben können. Im wahrsten Sinne des Wortes klammert sich die von KO/OK Architektur (Leipzig/Tübingen) geplante Erweiterung des Einfamilienhauses um den sanierten Bestand. Potenzial sah die vierköpfige Familie hier im Ortsteil Holzhausen, südöstlich von Leipzig vor allem in der Lage. Gute Anbindung ins Zentrum und ländliche Idylle zugleich.
Das mehrfach, teils baurechtlich fragwürdig umgeänderte Innere des Hauses aus den 1930er Jahren und auch die Fassade waren sichtlich in die Jahre gekommen. Im Zuge der Sanierung blieben die einfache Bauweise, die eher niedrigen Deckenhöhen, der Grundriss und das für die Entstehungszeit typische Satteldach erhalten. Im Obergeschoss finden sich das Elternschlafzimmer, Bad und Arbeitszimmer. Darüber entstanden zwei weitere Schlafräume und ein Bad für die Kinder.
Im Hinblick auf die Konstruktion, aber auch auf materieller und gestalterischer Ebene spielt das Projekt mit dem Kontrast zwischen leicht und massiv. Der dunkelgrüne Anbau, ausgeführt in Holzständerbauweise, dockt nordseitig an den Bestand an und erweitert ihn um einen großzügig wirkenden Wohn-, Ess- und Küchenbereich mit Blick auf das freie Feld. Der Haupteingang wanderte genau hierhin, wer kommt, steht also direkt mittendrin.
Präsent ist eine lange Küchenzeile an der Fensterfront. Das Geländeniveau um den Anbau wurde gesenkt, sodass Ess- und Wohnbereich zu den jeweiligen Seiten erhöht liegen. Eine Treppe führt hinunter zur Garderobe im ehemaligen Keller, wo ein zusätzliches WC und ein Waschraum untergekommen sind. Das Konzept der materiellen Gegensätzlichkeit spiegelt sich auch hier, wo die offene Struktur der Holzkonstruktion auf polierten Sichtbetonboden stößt. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass der Acker vor dem Fenster kein Bauland wird.
Text: Paula Feichter / fm
- Architektur:
- KO/OK Architektur
- Bauherrschaft:
- privat
- Fläche:
- 374 m² Bruttogrundfläche









auf spannungsgeladener Grundrissfigur, als Stifter von Identität:
Eine interessante Kombination, die neugierig machte, sie zu ergründen,
und die trotz schöner Komposition von Alt und Neu doch auch in Fragen muss münden:
Ist es nötig, für‘s Kochen ein Tal zu durchschreiten, erklimmend den Gipfel der Genüsse?
Sollte nicht ein Split-level-Konzept optimiert sein für Bewegungsflüsse,
statt hinter dem Eingang absteigend zu führen, auch jene, die nach oben streben?
Warum muss man trotz großem Anbau mit Haustür ohne Windfang leben,
wo diese auch noch wohl ungezwungen erschließt das Haus gleich im Hauptwohnraum?
Und war dessen Nord-Nordwest-Ausrichtung der energetische Bauherrentraum?
Selbst wenn all dies besprochen wurde, kann die Kritik nicht unterbleiben,
ist es ja nun uns‘re Aufgabe, das ausreichend Gute vom Bess‘ren zu scheiden,
und hier wär demnach aus meiner Sicht und genannten Punkten mehr drin gewesen.
Schlecht ist es deshalb sicherlich nicht…
doch von außen hab ich‘s ganz anders gelesen.
Ich frage mich, ob man beim nächsten Umbau nicht noch ein bisschen mehr programmatisch denken kann. Soll heißen: Wenn ich einen Anbau mit aktuellen Anforderungen des GEGs errichte, könnte ich dann evtl. auch nur dort die "warmen" Nutzungen unterbringen und dort, wo ich ohnehin nur wenig heize, auf die nächträgliche Dämmung verzichten? Wäre hier wohl nicht ganz hingekommen, aber fände ich reizvoll.
und
wow - @KaHe Mü, sich eine sache herauszupicken, grade in anbetracht der tatsache das es sich nicht um einen öffentlichen bau handelt und man höchstwahrscheinlich dem wunsch der nutzerinnen entsprochen hat, finde ich hart.