Mediathek, Wohnen, Studierendenheim
Stadtbaustein in Paris von LA Architectures und atelier Régis Roudil
Am südöstlichen Rand des 13. Arrondissement von Paris wird seit 2014 die ZAC Paul-Bourget entwickelt. Nach dem Teilabriss einer Großwohnsiedlung der 1960er und 70er Jahre wird das rund vier Hektar große Gelände schrittweise neu geordnet. Träger des Projekts sind Elogie-Siemp und Semapa, die städtebauliche Planung stammt von Urban Act (Paris). Mit der Bebauung der Baufelder 10 und 12 durch LA Architectures (Paris) und atelier Régis Roudil (Aix-en-Provence) fand der letzte Bauabschnitt des Sanierungsgebietes seinen Abschluss. Der gemeinsam gestaltete Block ist das höchste Gebäude des Quartiers und weist zugleich – mit 75 Wohnungen, ebenso vielen Studierendenapartments und einer Mediathek – die größte Dichte auf.
Zwei Wohntürme entwachsen in Haussman’scher Manier einem doppelgeschossigen Sockel, der sich mit schrägen Winkeln über das vieleckige Grundstück wickelt. Er organisiert den Zugang zu den Wohnbereichen und beherbergt Gemeinschaftsflächen sowie auf der Nordseite die Mediathek Virginia Woolf. Diese öffnet sich mit hohen Fenstern zum Park, bietet der Nachbarschaft Zugang zu Bildungsangeboten, Räume zum Lernen sowie einen Coworking-Space für die Studierenden. Das gesamte Interior entstammt dem Wiederverwendungsprogramm der Stadt Paris.
Das Wohnungsangebot im darüberliegenden elfgeschossigen Baukörper sowie dem südwestlich anschließenden vierstöckigen Gebäudeteil rangiert von einem bis zu fünf Zimmern. Zehn Dreizimmer-Wohnungen werden als Maisonette angeboten. Laut Webseite von LA Architectures, die hierfür sowie für die Mediathek verantwortlich sind, handelt es sich um sozialen Wohnungsbau – in der offiziellen Pressemitteilung ist hingegen so schlicht wie schwammig von Familienwohnungen die Rede.
Das Studierendenheim in der südlichen, siebengeschossigen Gebäudespitze legten atelier Régis Roudil als vertikale Stadt an. Im fünften Stock fördern ein geteilter Wohnbereich, eine Küche, ein Arbeitsbereich und eine Terrasse mit Blick auf Stadt und Park das Gemeinschaftsleben.
Der begrünte Hof, ein zurückversetztes Technikgeschoss und die stark gerasterten Fassaden zielen darauf ab, die Masse des Volumens aufzubrechen. Sowohl die kleinteiligen Apartments als auch die größeren Wohneinheiten sind im regelmäßigen Raster des Betonskeletts repräsentiert. (kms)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- LA Architectures (Leitende Architekten), atelier Régis Roudil
- Statik:
- EVP
- Landschaft:
- Nebbia
- Projektentwicklung/Auftraggeberschaft:
- Elogie-Siemp im Auftrag von CROUS (Verwalter Studentenwohnheim) und der Stadt Paris (Mediathek)
- Fläche:
- 8.430 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 21.830.000 € Netto
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