Atelier mit Ausblick
Esteras Perrote im argentinischen Punilla-Tal
Die Kunst von Juan José Cambre ist abstrakt, reduziert und farborientiert. Seine aktuellen Werke dominieren monochrome Flächen. Kürzlich hat sich der argentinische Künstler ein neues Atelier mit Wohnmöglichkeit errichten lassen, offen und zugleich zurückgezogen. Denn das von Esteras Perrote (Córdoba) entworfene Atelier Cambre steht mitten im Wald.
Etwa anderthalb Autostunden nördlich der argentinischen Großstadt Córdoba erstreckt sich das Punilla-Tal. Der kleine Ort Los Cocos sitzt hier auf rund 1.200 Metern Höhe als einer der höchstgelegenen Siedlungspunkte der Region. In dieser Topografie fanden die Planenden eine natürliche Lichtung.
Entstanden ist ein zweiteiliger Baukörper, der auf die Arbeitsbedingungen des Künstlers zugeschnitten ist. Die klare Geometrie wird durch eine durchgehende Verkleidung aus Lehmziegeln betont, die ein Betonskelett überziehen und den Bau als monolithisches Volumen erscheinen lässt.
Der Hauptraum knickt leicht in der Achse und erreicht eine Höhe von rund fünf Metern. Sein östlicher Flügel nutzt die gesamte Höhe, ist nach außen aber weitestgehend geschlossen und dient so als primärer Arbeitsbereich. Vier schmale Oberlichter bringen Tageslicht in den Raum, ergänzt durch zwei vertikale Fenster links und rechts der Stirnseite. Sie sollen eine Querlüftung ermöglichen und damit auch die Trocknung der Arbeiten begünstigen.
Im westlichen Flügel wird die Organisation kompakter. Auf dieser Seite kann Cambre wohnen. Eine filigrane, eingestellte Galerieebene aus Stahl bildet ein Zwischengeschoss. Oben liegt der Schlafbereich, unten finden sich Einbauküche, Arbeitstisch und in die Wand integrierte Stauräume.
Das zweite, schmalere Volumen wirkt fast turmartig. Über einen kurzen Verbindungsgang knüpft es an den Hauptraum an und nimmt Sanitärräume sowie die vertikale Erschließung zur Dachterrasse auf. Von dort oben öffnet sich der Blick weit in die Landschaft. Abstrakte Blattwerke finden sich bereits in Cambres Werk. Gut möglich, dass noch ein paar hinzukommen. (gk)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Esteras Perrote
- Team Architektur:
- Lucía Esteras, Gonzalo Perrote
- Bauherr:
- Juan José Cambre
- Fläche:
- 250 m²





