Brücken, Türme, Raumtragwerke
Shortlist Deutscher Ingenieurbaupreis 2026
Das Bundesbauministerium (BMWSB) und die Bundesingenieurkammer (BIngK) haben sieben Finalisten für den Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 bekannt gegeben. Alle zwei Jahre prämiert dieser Ingenieurbauwerke und Ingenieurleistungen, die sich durch besondere Innovationskraft, gestalterische Qualität und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen auszeichnen.
Von 41 eingereichten Bewerbungen nahm die Fachjury vier Brücken und drei Bauwerke zwischen Berlin und Reutlingen in die engere Wahl. Zur Jury gehörten die Ingenieur*innen Johanna Arnold, Annette Bögle von der HafenCity Universität Hamburg, Jan Knippers von der Universität Stuttgart, Michaela Lambertz von der TH Köln und Tobias Wiesenkämper sowie Dirk Scheinemann, Abteilungsleiter im BMWSB, und Helmut Schmeitzner, Vorstand der Bundesingenieurkammer.
Finalisten des Deutschen Ingenieurbaupreises 2026:
- Bauhaus-Archiv Tower in Berlin; B+G Bollinger und Grohmann (Berlin); Bauherrschaft: Land Berlin
Beschreibung der Auslober: „Der fünfgeschossige Stahl-Holz-Hybridbau mit stützenfreien Innenräumen und dem unregelmäßigen außenliegenden Stahltragwerk spiegelt die Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des computergestützten experimentellen Arbeitsprozesses wider.“
- Sprung über die Emscher – Silver Arrow in Castrop-Rauxel; Schüßler-Plan (u.a. Düsseldorf) mit DKFS (London); Bauherrschaft: Emschergenossenschaft
Beschreibung der Auslober: „Die Brücke ist als mehrfach gekrümmte Ganzstahlkonstruktion mit einer Länge von über 400 Metern ausgeführt und wurde vollständig computergestützt modelliert, um Geometrie, Tragverhalten und Materialeinsatz zu optimieren. Die Form des Bauwerks ergibt sich unmittelbar aus den konstruktiven Anforderungen und macht den Kraftverlauf sichtbar.“
- Chemnitzer Viadukt in Chemnitz; Krebs+Kiefer Ingenieure (u.a. Darmstadt); Bauherrschaft: DB InfraGO AG
Beschreibung der Auslober: „Das denkmalgeschützte Viadukt wurde nach dem Grundsatz ‚Weiterbauen im Bestand‘ instandgesetzt und an künftige Anforderungen angepasst. Durch Ertüchtigungsmaßnahmen und Ersatz einzelner Bauteile konnte ihre Nutzung für den Bahnverkehr gesichert werden.“
- Hyparschale Magdeburg; Carbocon (Dresden); Bauherrschaft: Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement
Beschreibung der Auslober: „Die Sanierung des Baus von Ulrich Müther erfolgte substanzschonend und erlaubt den Erhalt des Bauwerks bei gleichzeitig deutlich reduzierten CO₂-Emissionen im Vergleich zu alternativen Maßnahmen. Das Schalentragwerk wurde durch eine Verstärkung mit dünnen Schichten aus Carbon-Beton ertüchtigt, um die Tragfähigkeit wiederherzustellen und eine neue Nutzung zu ermöglichen.“
- Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen; str.ucture (Stuttgart); Bauherrschaft: Stadt Reutlingen
Beschreibung der Auslober: „Das Raumtragwerk aus heimischer Weißtanne bildet die Kubatur eines historischen Hauses nach und überspannt einen über mehrere Geschosse reichenden Luftraum über einem historischen Kellergewölbe. Gleichzeitig stabilisiert das Tragwerk das Nachbargebäude unter Gebrauchs- und Erdbebenlasten.“
- Brücke über den Seeblickweg in Stuttgart; Harrer Ingenieure (Karlsruhe); Bauherrschaft: Tiefbauamt Stadt Stuttgart
Beschreibung der Auslober: „Das Bauwerk überspannt den Verkehrsraum als integrale Zweifeldkonstruktion in einer neuartigen Holz-Carbon-Beton-Verbundbauweise. Die Konstruktion nutzt die jeweiligen Stärken der eingesetzten Materialien konsequent und führt sie zu einem ebenso leistungsfähigen Tragwerk zusammen.“
- Nibelungenbrücke in Worms; Marx Krontal Partner (Weimar); Bauherr: Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
Beschreibung der Auslober: „Mit einem gesamtheitlichen Konzept der digitalen Bauwerkserhaltung konnte die Restnutzungsdauer der Spannbetonbrücke durch Bestandsanalyse, Monitoring und modellbasierte Nachrechnung verlängert werden. Die Daten werden in einem digitalen Modell gebündelt und ermöglichen Prognosen zum Tragverhalten sowie eine Bewertung des Bauwerkszustands.“
Mehr zu Ingenieurbauwerken bei BauNetz Wissen



