Botschaft und Wohnturm
Deutscher Naturstein-Preis 2026 vergeben
Die Gewinner des Deutschen Naturstein-Preises 2026 (DNP) stehen fest. Aus 115 eingereichten Projekten wählte die Jury 27 Nominierungen aus und kürte Preisträger in vier verschiedenen Kategorien. Eine Besonderheit: Der Titel „Deutscher Naturstein-Preis 2026“, der den Gesamtsieger bestimmt, wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben.
In der Gesamtwertung konnten die beiden Projekte Deutsche Botschaft Wien von Schulz und Schulz Architekten (Leipzig) und der Wohnturm Kureck Wiesbaden von Max Dudler (Berlin) überzeugen. Darüber hinaus vergab die Jury einen studentischen Nachwuchsförderpreis sowie vier besondere Anerkennungen. Alle Auszeichnungen im Überblick:
- Preisträger DNP 2026, Katgoriesieger „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“: Neubau Deutsche Botschaft Wien von Schulz und Schulz Architekten (Leipzig); Naturstein: Krastaler Marmor; Natursteinunternehmen: Lauster Steinbau GmbH (Stuttgart)
- Preisträger DNP 2026, Kategoriesieger „Wohnbauten“: Wohnturm Kureck Wiesbaden von Max Dudler (Berlin); Naturstein: Dietfurter Kalkstein; Natursteinunternehmen: Hofmann Naturstein GmbH & Co. KG, Werbach/Gamburg
- Kategoriesieger „Innenräume von Gebäuden“: Mehrfamilienhaus am Herzogpark München, Kolberger 5 von Studio Mark Randel mit David Chipperfield (Berlin); Naturstein: Travertin (Pietra dei Medici); Natursteinunternehmen: Steininger Steinmetz, München
- Kategoriesieger „Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur“: Schloss Osnabrück – Schlossgarten von POLA Landschaftsarchitekten (Berlin); Naturstein: Synogranit (Übergang Monzogranit), Lithische Grauwacke; Natursteinunternehmen: Steinzeit Natursteine Projekt GmbH
- Kategoriesieger Studentischer Nachwuchsförderpreis (Sonderpreis): Naturparkzentrum Fichtelgebirge Wunsiedel von i.V. Fabian Haase (Ense); Gewählter Naturstein: Epprechtstein Granit
- Besondere Anerkennung – Rekonstruktion, Kategorie „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“: Neuer Plögerscher Gasthof Potsdam von Springer Architekten (Berlin); Naturstein: Bucher Sandstein, Königgrätzer Sandstein; Natursteinunternehmen: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, Bamberg
- Besondere Anerkennung – Innovation, Kategorie „Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur“: Lehr- und Forschungsprojekt Pavillon aus Stein Dortmund von J.-Prof. Anne Hangebruch, Juniorprofessur Massive Baukonstruktionen, TU Dortmund, Fakultät Architektur und Bauwesen; Naturstein: Mainsandstein weiß-grau, Epprechtstein Granit; Natursteinunternehmen: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, Bamberg
- Besondere Anerkennung – Innovation Kategorie D „Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur“: Rekordweite für Vorgespannte Granitbrücken Unteriglbach, Ortenburg von RRI Roland Richter Ingenieur (Passau); Naturstein: Tittlinger Feinkorn; Natursteinunternehmen: Kusser Granitwerke GmbH, Aicha vorm Wald
- Besondere Anerkennungen – Innovation Kategorie D „Freiraumgestaltung und Landschaftsarchitektur“: Kusserpool Stadtvilla Darmstadt von auris | architekten (Darmstadt); Naturstein: Tittlinger Feinkorn, Valser Quarzit; Natursteinunternehmen: Kusser Granitwerke GmbH, Aicha vorm Wald
Bei der Deutschen Botschaft Wien hob die Jury insbesondere die Großzügigkeit des Entwurfs hervor. Das Gebäude zeige sich „als eigenständiger Stadtbaustein, der die Funktion als wichtiges öffentlich-repräsentatives Gebäude mit angemessener Würde vermittelt“. Geprägt wird der Bau von einer durchgängigen Verkleidung aus hellem Krastaler Marmor, die sich bis in die Innenräume fortsetzt.
Der rund 60 Meter hohe Wohnturm am Kureck in Wiesbaden erhielt eine Hülle aus Jura-Kalkstein. Hier würdigte das Preisgericht vor allem den minimalistischen Ansatz: Auf unnötige Differenzierungen werde verzichtet, stattdessen überzeuge der Baukörper durch seine Ruhe und formale Beständigkeit.
In der letzten Runde 2024 ging der Preis an O&O Baukunst für ihr Projekt Drei Horizonte in Frankfurt am Main. Die Auszeichnung wird seit 1987 alle zwei Jahre vom Deutschen Naturwerkstein-Verband DNV unter Mitwirkung des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA vergeben.
Die Jury setzte sich wie gehabt aus Architekt*innen und sowie Vertreter*innen der Natursteinindustrie zusammen. Dazu gehörten in diesem Jahr Annemarie Bosch (Vizepräsidentin BDA), Peter Westermann (Killinger & Westermann Architekten), Manfred Ortner (O&O Baukunst), Helmut Riemann (Riemann Architekten), Julia Tophof (Hemprich Tophof Gesellschaft von Architekten), Hermann Graser (Präsident DNV), Jonah Wurzer-Kinsler (Vizepräsident DNV), Heinrich Georg Hofmann (DNV) und Albrecht Lauster (DNV). (dsm)
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