Große Auftritte, leise Lösungen
Shortlist Stirling Prize 2026 bekanntgegeben
Große Auftritte, leise Lösungen
Shortlist Stirling Prize 2026 bekanntgegeben
Ein Hochhaus, das einen wichtigen Londoner Verkehrsknotenpunkt neu strukturiert, die behutsame Transformation eines Theaters zum Kultur- und Gemeinschaftsort sowie zwei Projekte für Colleges in Cambridge – die Shortlist des RIBA Stirling Prize 2026 wird von markanten Bauaufgaben geprägt. Die beiden ergänzenden Wohnbauten treten dagegen zumindest auf den ersten Blick deutlich zurück: ein dezent gestaltetes Einfamilienhaus und ein Wohnungsbauensemble, das sich hinter dichtem Baumbestand versteckt in die Vorstadtlandschaft einfügt.
Diese sechs Projekte gehen ins Rennen um die Auszeichnung, mit der das Royal Institute of British Architects (RIBA) bereits zum 30. Mal das beste neue Gebäude im Vereinigten Königreich ehrt:
- A House at Fairmead in High Beach, Essex von Sergison Bates (London)
Am Rand des Epping Forest gelegen, reagiert dieses Einfamilienhaus mit einer zurückhaltenden Materialwahl auf seine ländliche Umgebung. Unterschiedliche Fensterformate und ein abwechslungsreiches Mauerwerk prägen die Fassade. Lehmziegel und Kalkputz verbessern die Wärmeregulierung und den Schallschutz.
- BEAM in Hertfordshire von Bennetts Associates (London, Manchester, Edinburgh)
Das Hertford Theatre wird zum lebendigen Kulturort BEAM: Statt die Bühne aus den 1970er Jahren abzureißen, wurde die bestehende Struktur erhalten und mit einer neuen Backsteinfassade ergänzt. Das öffentlich finanzierte Projekt umfasst Kino- und Veranstaltungsräume – und verbindet so Bestandserhalt mit einer zeitgemäßen Nutzung.
- Lion Green Road in Coulsdon von Mary Duggan Architects mit RUFF Architects (beide London)
Fünf prismatische Blöcke bieten eine gleichwertige Mischung aus erschwinglichem und privatem Wohnraum. Trotz der hohen Bebauungsdichte fügt sich das Projekt unauffällig in den grünen Hang von Coulsdon in Southwest London ein. Gewundene Wege und großzügige Bepflanzungen verbinden die einzelnen Gebäude. Gemeinschaftlich genutzte Außenbereiche ergänzen das Wohnraumangebot, dessen Grundrisse mit komplexen Geometrien überraschen.
- Paddington Square in London von Renzo Piano Building Workshop (Paris) mit Adamson Associates (London)
Als Teil der Erneuerung des Umfelds der Paddington Station entstand ein kommerziell genutztes Hochhaus, das den öffentlichen Raum in den Mittelpunkt stellt: Die Masse des Gebäudes ist aufgeständert und eröffnet darunter einen großzügigen Platz. Die Piazza strukturiert das lange Zeit isolierte Gelände neu und schafft eine intuitive, barrierefreie Verbindung zum Nahverkehr.
- Pembroke College Mill Lane in Cambridge von Haworth Tompkins (London)
Als größte Erweiterung des Pembroke College seit dem 14. Jahrhundert reagiert das Projekt sensibel auf den denkmalgeschützten Bestand. Sechs historische Gebäude wurden saniert, sechs Neubauten ergänzen den Campus. Holzstege und Gärten schaffen neue Verbindungen und öffnen das College stärker zur Stadt.
- River Wing, Clare College in Cambridge von Witherford Watson Mann Architects (London)
Der neue Flügel des Clare College ist das zweite Projekt in Cambridge. Der Eingriff erschließt bislang ungenutzte Flächen und schafft einen Speisesaal mit warmem Ambiente. Trotz komplexer Randbedingungen wie Denkmal- und Hochwasserschutz sowie eingeschränkter Zugänge fügt sich der Anbau sensibel in das historische Ensemble ein.
Preise und Awards
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Es muss doch jedem Archtekten und auch Bauherren, der Bleistift in Flammen aufgehen, wenn Einlaufkästen an Fassaden, zur Flachdachentwässerung verbaut werden.
Es werden kubistische Gebäude geplant, mit klaren Linien und Bezügen, kein Detail wird dem Zufall überlassen. Bei der Ausführung lässt man die Zügel dann so locker, dass der Dachdecker einen Einlaufkasten zur Entwässerung an der Fassade anbringen darf? Honorar kassiert, Rest egal? Sehr verwunderlich, dass es sowieso jemand duldet, sich einen solchen Kasten an der Fassade abbringen zu lassen. Womöglich diejenigen, die sich beim Friseur auch gleich eine Warze mit anbringen lassen und sich daran nicht stören.
Wahrlich eines der komischsten und nutzloseseten Erfindungen der Entwässerungsindustrie. Und keinen stört es. Anscheinend.