Erstmals nach Belgien
Erich-Mendelsohn-Preis 2026 für Backstein-Architektur vergeben
Der Grand Prix des Erich-Mendelsohn-Preises 2026 für Backstein-Architektur geht erstmals nach Belgien, und zwar an ein Projekt in Antwerpen von noAarchitecten (Brüssel/Brügge). Ihre Erweiterung und Restaurierung der mittelalterlichen Burganlage Het Steen erhielt zugleich Gold in der Kategorie Öffentliche Bauten. Diese Premiere bei der nunmehr 7. Ausgabe des Preises, der bis 2022 unter dem Namen Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur firmierte, verwundert durchaus ein wenig. Schließlich kann Belgien auf reichlich Tonvorkommen und eine entsprechend starke Tradition im Ziegelbau verweisen.
Vergeben wurden in diesem Jahr Gold-, Silber- und Bronze-Preise in fünf Kategorien und drei Auszeichnungen „Best in Germany“. Hinzu kommen elf Special Mentions. Unsere Bildstrecke versammelt die jeweiligen Gewinner. Die internationale Jury wählte aus 533 eingegangenen Projekteinreichungen aus mehr als 40 Ländern. 99 Projekte standen auf der Shortlist, zwanzig zudem in der Kategorie Newcomer, die Entwürfe von Studierenden und Absolvent*innen würdigt.
Ihre Entscheidung für den Grand Prix begründet die Jury mit der überzeugenden Weiterentwicklung des mittelalterlichen Bestands in Antwerpen, bei der Backstein als Bindeglied zwischen alt und neu auftritt: „Die Architekt*innen bauen gekonnt die historische markante Burg weiter, statt zu brechen oder zurückzukehren – Bestand und Erweiterung werden zu einem selbstverständlichen Ganzen.“
Die Preise im Überblick:
Grand Prix
- Besucherzentrum Het Steen in Antwerpen von noAarchitecten (Brüssel/Brügge)
Kategorie Öffentliche Bauten, Freizeit und Sport
- Gold: Besucherzentrum Het Steen in Antwerpen von noAarchitecten (Brüssel/Brügge)
- Silber: Wasserijsite in Gent, dmvA (Mechelen)
- Bronze: Neubau Naturhistorisches Museum und Staatsarchiv in Basel von EM2N (Zürich)
- Bronze: Erweiterung Kaiserin-Augusta-Schule in Köln von ZILA Architekt.innen (Leipzig)
Kategorie Büro- und Gewerbebau
- Gold: Hotel Leo in St. Gallen von Boltshauser Architekten (Zürich)
- Silber: Bottling Warehouse and Offices for Clase Azul in Tepatitlán de Morelos (Mexiko) von Atelier Ars (Guadalajara)
- Bronze: Maschinenzentralstation in Hamburg von Biwermau Architekten (Hamburg)
Kategorie Wohnungsbau/Geschosswohnungsbau
- Gold: Veemgebouw in Eindhoven von Caruso St John Architects (London)
- Silber: Miller in Maastricht von martenswillems (Maastricht)
- Bronze: 24 Public Dwellings in Platja d’en Bossa in Eivissa (Spanien) von 08014 (Barcelona)
Kategorie Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte
- Gold: Umbau Siedlerhaus Battin in der Uckermark von Klöpfel Zeimer Architekten (Berlin)
- Silber: Manel and Montse House in Sant Esteve de Palautordera (Spanien) von Obo Estudi Arquitectura (Sant Cugat del Vallès)
- Bronze: Pirules House in San Miguel de Allende (Mexiko) von Escobedo Soliz (Mexiko-Stadt)
Kategorie Newcomer
- Gold: Kühlturm in Leipzig von Deborah Süß (HTWK Leipzig)
- Silber: Gemeinschaft wächst nicht auf Bäumen in Magdeburg von Ole Mohrenweiser (Bauhaus-Universität Weimar)
- Bronze: Transformation des historischen Kaufhauses in ’s-Hertogenbosch von Philip Becker (Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau)
Der Sonderpreis „Best in Germany“ wurde erstmals vergeben. Die drei ausgewählten Projekte verbinde der sensible Umgang mit dem städtischen Bestand, so die Jury.
Sonderpreis „Best in Germany“
- Ein Monolith als Lückenschluss in Berlin, DMSW Architektur Stadt Landschaft (Berlin)
- Erweiterung Kaiserin-Augusta-Schule in Köln, ZILA Architekt.innen (Leipzig)
- Maschinenzentralstation in Hamburg, Biwermau Architekten (Hamburg)
Ausgelobt wird der seit 2008 alle drei Jahre verliehene Preis von der in Berlin ansässigen Initiative Bauen mit Backstein, seit 2011 partnerschaftlich unterstützt vom BDA. Die Jury 2026 bildeten Max Wasserkampf (Präsidiumsmitglied BDA), Marie Bruun Yde (Redaktion Bauwelt), Josep Ricart (Harquitectes, Gewinner Grand Prix 2023), Jórunn Ragnarsdóttir (Lederer Ragnarsdóttir Architekten) sowie Lena Unger (Meier Unger Architekten). Der Newcomer-Jury gehörten an: Jeanette Kunsmann (Chefredakteurin Detail), Jurek Brüggen (undjurekbürggen, Gewinner Newcomer 2023) und Benedikt Hotze (Pressereferent BDA). (da)
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