Frühe Vorbilder und Transformation
REAR Award 2026 entschieden
Frühe Vorbilder und Transformation
REAR Award 2026 entschieden
Die Preisträger der ersten Ausgabe des neuen Reflect Architecture Awards stehen fest. 154 Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bewarben sich. Insgesamt 68 schafften es auf die Shortlists der beiden Kategorien REAR Award und REAR Transformation. Je drei Auszeichnungen und Anerkennungen hat die Jury nun gewählt.
Frühe Vorbilder für aktuelle Aufgaben – so könnte die Überschrift der Kategorie REAR Award lauten, die Bauten auszeichnet, die sich über mindestens 25 Jahre bewährt haben. Interessant: Diese Ansätze fand die Jury nicht unbedingt bei den ganz großen Namen auf der Shortlist. Sondern beispielsweise bei Lorenzen Mayer Architekten und ihrem Wohnquartier Lincoln in Münster (2000). Kern des Projekts ist die heute allseits geforderte soziale Mischung. Wobei sich diese hier nicht bloß in nebeneinanderstehen Wohnformen – geförderte wie Eigentumseinheiten und Reihenhäuser – ausdrückt, sondern insbesondere in den Zwischenräumen aus Wegen, Spielstraßen und Gärten, wie die Jury betont.
In gewisser Hinsicht haben Lorenzen Mayer bereits das vorweggenommen, was auch die Preisinitiator*innen Fabian Onneken, Katharina Benjamin und Patrick Martin vorhaben: Nach zwanzig Jahren haben die Architekt*innen ihr Projekt kritisch reflektiert und samt Veränderungen und Bewohnerperspektiven dokumentiert. Noch weitaus länger hat sich die 1974 entstandene Siedlung Thalmatt 1 in Herrenschwanden von Atelier 5 bewährt. Auch hier sorgt ein „fein austariertes Gefüge“ aus Wegen, Plätzen, Terrassen und Gärten für Gemeinschaft und zugleich für Rückzugsmöglichkeiten. Als Gegenentwurf zur damals fortschreitenden Zersiedelung war die dichte Wohnanlage der Jury zufolge ihrer Zeit weit voraus.
Deutschland, die Schweiz und Österreich finden jeweils einmal Berücksichtigung auf dem Treppchen. Das Feuerwehr- und Kulturhaus in Hittisau (2000) überzeugte vor allem durch seine einfachen, aber umso schlüssigeren Umgang mit der Topografie. Cukrowicz Nachbaur Architekten schoben die Feuerwehr als Beton- und Stahlbau in den Hang, während oben drüber ein einfacher Holzbaukörper für Bibliothek, Ausstellungen, Veranstaltungen und Musikproberäume sitzt.
Auszeichnungen REAR Award 2026:
Anerkennungen REAR Award 2026:
In gewisser Hinsicht haben Lorenzen Mayer bereits das vorweggenommen, was auch die Preisinitiator*innen Fabian Onneken, Katharina Benjamin und Patrick Martin vorhaben: Nach zwanzig Jahren haben die Architekt*innen ihr Projekt kritisch reflektiert und samt Veränderungen und Bewohnerperspektiven dokumentiert. Noch weitaus länger hat sich die 1974 entstandene Siedlung Thalmatt 1 in Herrenschwanden von Atelier 5 bewährt. Auch hier sorgt ein „fein austariertes Gefüge“ aus Wegen, Plätzen, Terrassen und Gärten für Gemeinschaft und zugleich für Rückzugsmöglichkeiten. Als Gegenentwurf zur damals fortschreitenden Zersiedelung war die dichte Wohnanlage der Jury zufolge ihrer Zeit weit voraus.
Deutschland, die Schweiz und Österreich finden jeweils einmal Berücksichtigung auf dem Treppchen. Das Feuerwehr- und Kulturhaus in Hittisau (2000) überzeugte vor allem durch seine einfachen, aber umso schlüssigeren Umgang mit der Topografie. Cukrowicz Nachbaur Architekten schoben die Feuerwehr als Beton- und Stahlbau in den Hang, während oben drüber ein einfacher Holzbaukörper für Bibliothek, Ausstellungen, Veranstaltungen und Musikproberäume sitzt.
Auszeichnungen REAR Award 2026:
- Feuerwehr und Kulturhaus in Hittisau von Cukrowicz Nachbaur Architekten (2000)
- Siedlung Thalmatt 1 in Herrenschwanden von Atelier 5 (1974)
- Lincoln Revisited in Münster von Lorenzen Mayer Architekten (2000)
Anerkennungen REAR Award 2026:
- Umbau eines Untersuchungsgefängnisses zum Hotel in Basel von Buol & Zünd Architekten (1999)
- Ölzbündt in Dornbirn von HK Architekten, Hermann Kaufmann + Partner (1997)
- Haus Nadig in Dielsdorf von Ueli + Sabine Schäfer (1987)
Die Auszeichnungen der Kategorie REAR Transformation Award (Umbauten der vergangenen 25 Jahre) kennzeichnet, dass sie „überzeugende Lösungen für schwierige Bestandsimmobilien“ gefunden haben, sagt Benjamin. Heine Mildner Architekten gelang dies mit der Robotron-Halle in Chemnitz, die sie zum Stasi-Unterlagen-Archiv umbauten. Aus einem „scheinbar unspektakulären Bestand“ ist ein Gebäude „mit architektonischer Eigenständigkeit“ entstanden.
Ähnliches lässt sich über den ehemaligen Gewerbebau in der Berner Bahnstrasse sagen, aus dem Holzhausen Zweifel Architekten ein Wohn- und Atelierhaus machten. Umbau-Aufgaben dieser Art, die sich mit der „großen Gruppe gewöhnlicher Bestandsgebäude“ befassen, seien entscheidend für die Bauwende, so die Jury. Um dabei auch ressourcenschonend zu agieren, gilt es, den Bestand nicht etwa zu überformen, sondern mit seinen Spielregeln zu arbeiten. So wie es auch die Kooperative E45 mit ihrem Projekt in der Hochbergerstrasse im Auftrag des Kantons Basel-Stadt demonstrieren – wieder ein dröger Bestand, wieder wurden aus Büros Wohnungen.
Dass es mit dem wohltemperierten Haus von EMI Architekt*innen sogar noch eine dritte Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen in die Juryauswahl schaffte, unterstreicht die aktuelle Relevanz des Themas, zeigt aber auch, dass die Schweiz Deutschland hier wohl etwas voraushat, finden sich hierzulande doch noch immer relativ wenige Beispiele. Immerhin hat das Bundesbauministerium heute ein entsprechendes Förderprogramm gestartet, über das wir ebenfalls im Newsletter berichten.
Auszeichnungen REAR Transformation Award 2026:
Anerkennungen REAR Transformation Award 2026:
Dass es mit dem wohltemperierten Haus von EMI Architekt*innen sogar noch eine dritte Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen in die Juryauswahl schaffte, unterstreicht die aktuelle Relevanz des Themas, zeigt aber auch, dass die Schweiz Deutschland hier wohl etwas voraushat, finden sich hierzulande doch noch immer relativ wenige Beispiele. Immerhin hat das Bundesbauministerium heute ein entsprechendes Förderprogramm gestartet, über das wir ebenfalls im Newsletter berichten.
Auszeichnungen REAR Transformation Award 2026:
- Umbau Bürohaus im Auftrag des Kanton Basel-Stadt von Kooperative E45 (2025)
- Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv in Chemnitz von Heine Mildner (2022)
- Wohn- und Atelierhaus in Bern von Holzhausen Zweifel Architekten (2018)
Anerkennungen REAR Transformation Award 2026:
- Das wohltemperierte Haus in Regensdorf von EMI Architekt*innen (2025)
- Altes Hospiz Gotthardpass in Airolo von Miller & Maranta (2010)
- Halle für Alle in Wesenberg von studiobauland (2024)
Zur Jury gehörten Thomas Auer, Katharina Benjamin, Lucia Gratz, Fabian Onneken und Alexander Poetzsch. Die Preisträger-Projekte werden nun neu fotografiert, die teils Jahrzehnte langen Geschichten dahinter in Audio-Reportagen aufgearbeitet. Am 26. September 2026 findet in Leipzig die Preisverleihung statt. Die Auslobung der nächsten Ausgabe soll im Herbst veröffentlicht werden. (mh)
BauNetz ist Medienpartner des REAR – Reflect Architecture Award 2026.
BauNetz ist Medienpartner des REAR – Reflect Architecture Award 2026.
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