Terrassierter Lückenfüller
Wohn- und Geschäftshaus in Toulouse von BAST
Sie lieben ungewöhnliche räumliche Herausforderungen: Das zeigen BAST auch mit ihrem jüngsten Projekt im Toulouser Quartier Bonnefoy. Das Bureau Architectures Sans Titre ist selbst in der südfranzösischen Stadt ansässig.
Lediglich vier Meter liegen zwischen den beiden kleinen Stadthäusern, wie sie für die Gegend typisch sind – hier setzen BAST mit ihrem Neubau an, wo zuvor Garagen Platz fanden. Dahinter öffnet sich ein überraschend grüner Grundstücksteil, geprägt von dichter Vegetation und einem großen Zürgelbaum, der weit über die benachbarte Straße hinausragt. Was schmal beginnt, weitet sich im hinteren Teil zumindest ein bisschen. Auf rund 370 Quadratmetern sind hier sowohl Wohnräume als auch Gewerbenutzungen untergebracht.
Die extremen Proportionen des Hauses wie auch die Fassadengestaltung lassen an Wolfgang Zeh und sein schmales Wohnhaus in einer Kölner Baulücke denken. Anders als dort liegt der Schwerpunkt des Projekts von BAST allerdings vor allem auf der Rückseite. Über eine Länge von 30 Metern erstreckt sich das Gebäude über zwei Parzellen durch den gesamten Block – mit Fronten an zwei Straßen. Entlang des Gartens ist das Volumen terrassiert, bis es in einem eingeschossigen Baukörper endet.
Um möglichst viel des bestehenden Grünraums zu erhalten, wurde die bebaute Fläche auch hier auf die Breite der abgerissenen Garage reduziert. Gleichzeitig öffnet sich das Haus zum Garten hin überraschend großzügig: Eine vollständig verglaste Fassade mit dreiteiligen Schiebeelementen aus Aluminium lässt Innen- und Außenraum beinahe ineinander übergehen.
Das Haus ist als massiver Betonbau mit Stützen und tragenden Wänden ausgeführt. Die Betonoberflächen bleiben im Inneren weitgehend roh und werden durch Ausbauten aus Kiefernsperrholz ergänzt. Gemeinsam mit den mit Edelstahl verkleideten Arbeitsflächen, Glasbausteinen an den Treppen sowie Gitterbrüstungen vor den Fenstern entsteht so ein industrieller Charakter.
Eine klassische Vorstadthaus-Typologie versuche das Projekt bewusst nicht zu imitieren, so die Architekt*innen. Stattdessen verstehe sich der Entwurf als präzise Antwort auf die besondere räumliche Situation des Ortes. Der leicht verwilderte Charakter des Grundstücks sollte bewahrt und durch die Terrassen, die ebenfalls begrünt sind, zusätzlich verstärkt werden. (iok)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- BAST Bureau d’Architectures Sans Titre
- Bauherrschaft:
- Privat
- Fläche:
- 370 m² Bruttogrundfläche
Noch mehr schmale Häuser versammelt das Themenpaket „Schlank, schlanker, am schlanksten“.






