Vernünftig verdichtet im Münchner Westend
Aufstockung und Sanierung von zillerplus
Vernünftig verdichtet im Münchner Westend
Aufstockung und Sanierung von zillerplus
Diese in Zink gehüllte Aufstockung fällt ins Auge. Dahinter: Holzelementbauweise und bezahlbarer Wohnraum für Familien. Darunter: der sanierte Bestand von 1928. Wie eine genossenschaftliche Wohnanlage den Sprung in die Gegenwart schafft, zeigen zillerplus beispielhaft im Münchner Westend.
„Wir wünschten, wir hätten mehr Konkurrenz!“, schreibt die Wohnungsgenossenschaft München-West (WGMW) auf ihrer Webseite. 1911 gegründet, ist das sozial orientierte Unternehmen mit rund 3.600 Wohneinheiten das derzeit größte seiner Art in der bayerischen Landeshauptstadt. Genossenschaften gehören zu den wenigen Lichtblicken am dortigen Miethimmel, denn sie verfolgen bekanntlich Gemeinwohl statt Profit und schaffen oder erhalten bezahlbaren Wohnraum. Doch der Druck ist erwartbar hoch. Rund 60 Genossenschaften gibt es derzeit in der 1,6-Millionen-Stadt. Mit 45.000 Wohnungen für etwa 100.000 Menschen sind das wenige, aber wertvolle Tropfen auf den heißen Stein.
Die direkte „Konkurrenz“ hat es derweil auch nicht einfach. Während junge Genossenschaften für ihre ersten Neubauten mit hohen Preisen und volatilen Förderbedingungen zu kämpfen haben, müssen ältere Genossenschaften ihre Bestandsanlagen laufend sanieren und das Angebot erhöhen. Denn für die Mitglieder – die meisten Münchner Genossenschaften haben längst einen Aufnahmestopp – steigt der Bedarf stetig.
Gelber Block im Westend
Um neuen Wohnraum zu schaffen, erweiterte und sanierte die WGMW gemeinsam mit zillerplus Architekten und Stadtplaner (München) ihr knapp 100 Jahre altes Wohnensembles namens Gelber Block im Münchner Westend. Mitten im belebten Stadtbezirk Schwanthalerhöhe gelegen, spannt sich der nach Süden offene Block auf. Ein ursprünglich fünfgeschossiger Kopfbau und drei viergeschossige Zeilen mit insgesamt 169 Wohnungen gruppieren sich um zwei Innenhöfe samt Tiefgarage. Die kürzlich abgeschlossene Nachverdichtungsmaßnahme umfasst 4.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche, wodurch 45 familiengerechte Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen hinzukamen – was wiederum den Bestand eher kleinerer Wohnungen hervorragend ergänzt. Insgesamt umfasst der Gelbe Block nun 15.900 Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Die direkte „Konkurrenz“ hat es derweil auch nicht einfach. Während junge Genossenschaften für ihre ersten Neubauten mit hohen Preisen und volatilen Förderbedingungen zu kämpfen haben, müssen ältere Genossenschaften ihre Bestandsanlagen laufend sanieren und das Angebot erhöhen. Denn für die Mitglieder – die meisten Münchner Genossenschaften haben längst einen Aufnahmestopp – steigt der Bedarf stetig.
Gelber Block im Westend
Um neuen Wohnraum zu schaffen, erweiterte und sanierte die WGMW gemeinsam mit zillerplus Architekten und Stadtplaner (München) ihr knapp 100 Jahre altes Wohnensembles namens Gelber Block im Münchner Westend. Mitten im belebten Stadtbezirk Schwanthalerhöhe gelegen, spannt sich der nach Süden offene Block auf. Ein ursprünglich fünfgeschossiger Kopfbau und drei viergeschossige Zeilen mit insgesamt 169 Wohnungen gruppieren sich um zwei Innenhöfe samt Tiefgarage. Die kürzlich abgeschlossene Nachverdichtungsmaßnahme umfasst 4.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche, wodurch 45 familiengerechte Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen hinzukamen – was wiederum den Bestand eher kleinerer Wohnungen hervorragend ergänzt. Insgesamt umfasst der Gelbe Block nun 15.900 Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Das Vorhaben ließ sich sowohl konstruktiv als auch operativ in serieller Holzbauweise am besten lösen. Die im Allgäu vorgefertigten Elemente konnten montiert werden, ohne dass die Bestandsmieter*innen ausziehen mussten. Nach nur elf Monaten war die Bauphase abgeschlossen. Mit der doppelten Aufstockung der Zeilenbauten und der einfachen am Kopfbau schließt das Ensemble nun einheitlich sechsgeschossig ab.
Hülle, Technik, Garten
Auch Gebäudehülle und -technik sowie die Erschließung profitierten vom Eingriff. Großflächige Photovoltaikanlagen auf den flachen Satteldächern, der Anschluss an Fernwärme statt der bisherigen Gasheizung, eine frische Außenwanddämmung und Aufzugtürme aus Stahlbeton ergänzen die Baumaßnahme. Die Treppenhäuser und Hauseingänge des Bestands wurden partiell mit regionalen Nagelfluh- und Natursteinbodenplatten aufgefrischt. Die Fassaden erhielten einen sandfarbenen mineralischen Rauputz, von dem sich die mit graublauem Titanzink verkleidete Aufstockung absetzt. Den Übergang von alt zu neu markiert nicht nur das Material, sondern auch ein deutlich auskragendes Gesims, das sich aus der verlängerten Holzstapeldecke und den Stahlträgern bildet. Daran sind die neuen, zum Innenhof ergänzten Balkone für die Bestandswohnungen eingehängt, während die Neubauwohnungen über Loggien und straßenseitig französische Fenster verfügen.
An der Gestaltung der Innenhöfe waren auch die Bewohner*innen beteiligt. Schüller Landschaftsarchitekten (München) griffen deren Ideen für das neue Freiraumkonzept auf, das auch selbstgebaute Beete, eine Pergola, einen Kinderspielplatz und Fahrradstellplätze integriert. Außerdem konnte im Nordosten des Areals eine 76 Quadratmeter große Ladenfläche reaktiviert werden. Sie beherbergt den neuen Nachbarschaftstreff sowie eine genossenschaftliche Sozialberatung. Zu den Baukosten dieses durchwegs konkurrenzwürdigen Projekts können sich die Beteiligten momentan nicht äußern.
Hülle, Technik, Garten
Auch Gebäudehülle und -technik sowie die Erschließung profitierten vom Eingriff. Großflächige Photovoltaikanlagen auf den flachen Satteldächern, der Anschluss an Fernwärme statt der bisherigen Gasheizung, eine frische Außenwanddämmung und Aufzugtürme aus Stahlbeton ergänzen die Baumaßnahme. Die Treppenhäuser und Hauseingänge des Bestands wurden partiell mit regionalen Nagelfluh- und Natursteinbodenplatten aufgefrischt. Die Fassaden erhielten einen sandfarbenen mineralischen Rauputz, von dem sich die mit graublauem Titanzink verkleidete Aufstockung absetzt. Den Übergang von alt zu neu markiert nicht nur das Material, sondern auch ein deutlich auskragendes Gesims, das sich aus der verlängerten Holzstapeldecke und den Stahlträgern bildet. Daran sind die neuen, zum Innenhof ergänzten Balkone für die Bestandswohnungen eingehängt, während die Neubauwohnungen über Loggien und straßenseitig französische Fenster verfügen.
An der Gestaltung der Innenhöfe waren auch die Bewohner*innen beteiligt. Schüller Landschaftsarchitekten (München) griffen deren Ideen für das neue Freiraumkonzept auf, das auch selbstgebaute Beete, eine Pergola, einen Kinderspielplatz und Fahrradstellplätze integriert. Außerdem konnte im Nordosten des Areals eine 76 Quadratmeter große Ladenfläche reaktiviert werden. Sie beherbergt den neuen Nachbarschaftstreff sowie eine genossenschaftliche Sozialberatung. Zu den Baukosten dieses durchwegs konkurrenzwürdigen Projekts können sich die Beteiligten momentan nicht äußern.
Bautafel
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- zillerplus Architekten und Stadtplaner
- Tragwerksplanung:
- LEICHT Structural engineering and special consulting
- Freiraumplanung:
- Schüller Landschaftsarchitekten
- Bauherrschaft:
- Wohnungsgenossenschaft München-West eG
- Fläche:
- 15.900 m² Bruttogrundfläche
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