Platz nehmen leichtgemacht
Stadtraumsanierung in Saragossa von Hector Fernandez Elorza
Die Plaza de Miguel Salamero liegt im historischen Zentrum der nordwestspanischen Stadt Zaragoza, deren Ursprünge bis in die römische Antike zurückreichen. In den 1970er Jahren wurde unter dem historischen Platz eine Tiefgarage errichtet. Ein konstruktiver Fehler führte im Jahr 2020 zu einer teilweisen Absenkung der Garagendecke. Im anschließenden städtischen Wettbewerb zur Sanierung und Revitalisierung des Salamero-Platzes setzte sich das Studio von Héctor Fernández Elorza durch: Das Madrider Büro verwandelte den ehemals stark vom Autoverkehr geprägten Stadtraum mit gezielten und leichten Eingriffen in einen begrünten Platz mit Aufenthaltsqualität.
Ihren ressourcenorientierten Ansatz bewiesen HFE unter anderem bei der Konversion eines zwei Kilometer südlich gelegenen Wasserreservoirs in einen Park. Am Salamero-Platz ersetzten sie die beschädigte Deckenplatte des Parkhauses, erhielten jedoch die bestehende Tragstruktur und Gründung. Die Einfahrten zur weiterhin – mit angepasstem Konzept – betriebenen Tiefgarage wurden neu gestaltet, um den Fahrzeugzugang zum Platz zu regulieren. Die Platzgestaltung und -bepflanzung sei mit Fokus auf geringen Erdaushub und Gewicht realisiert worden.
In die neue Betonplatte sind Spielbereiche und eine Tribünenplattform integriert. Die zentrale Aufenthaltszone mit einem Zierbrunnen, auf den sich laut Planungsteam Projektionen werfen lassen, markierten sie mit Kopfsteinpflaster. 18 leichte Beete mit insgesamt circa 1.450 Quadratmetern Pflanzfläche verteilen sich über den Platz. Entlang der Straßen bilden sie eine Pufferzone, zur sanft abfallenden Platzmitte hin entwickeln sie sich aus den konstruktiven Bedingungen, so die Architekt*innen. Stauden, Sträucher und je zwei bis vier Bäume pro Beet erzeugen eine vertikale Vegetationsschicht.
Die Metallkonstruktionen der Beete wurden durch die Befüllung mit einer bis zu ein Meter starken Schicht aus expandiertem Polystyrol sowie leichtem Substrat weiter gewichtsreduziert. Ihr oberes Abschlussprofil bildet eine durchgehende Sitzkante. Drei langgezogene Metallpergolen durchziehen den Raum zwischen den Pflanzkörpern. Sie tragen Kletterpflanzen und geflochtene Seile, integrieren Beleuchtung und Wassersprühkanäle, um ein differenziertes Mikroklima zu schaffen: Vegetation, Schatten und Verdunstung verringern die sommerliche Aufheizung, während die offene Konstruktion im Winter solare Gewinne zulässt. Die Zugänge zur Tiefgarage, technischen Einbauten und ein Kiosk finden in sechs weiteren Metall-Glas-Pavillons innerhalb der Randbeete Platz. (kms)
- Fertigstellung:
- 2023
- Architektur:
- Héctor Fernández Elorza
- Team Architektur:
- Javier Moraleda Perulero, Ana Sebastià Puig, Aitana San José Aguilera, Inés Fernández Hernando
- Mitarbeit:
- Ignacio Delgado Conde (Bautechniker), Inmaculada Urriés Ortiz (Wirtschaftsingenieurin), Alejandro Bernabeu (Statiker), Josué García (Statiker)
- Baufirma:
- OHLA
- Bauherrschaft:
- Stadtverwaltung Saragossa
- Fläche:
- 11.058 m²
- Baukosten:
- 4.215.951 €
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