Hydraulisches System in Saragossa
Parkgestaltung von Hector Fernandez Elorza
Ganz schön versiegelt für einen Park – ein naheliegender erster Gedanke bei diesem Projekt im Süden von Saragossa. Doch der Name Parque de los Depósitos de Torrero (übersetzt: Park der Reservoirs von Torrero) verrät dessen Entstehungskontext: Das Areal, das Héctor Fernández Elorza (Madrid) samt Team zur Freizeit- und Erholungsfläche konvertierten, gehörte ursprünglich zur außerhalb der damaligen Stadtgrenze (im heutigen Wohngebiet Torrero) gelegenen Infrastruktur, mit deren Bau die Stadt im 19. Jahrhundert auf den erhöhten Bedarf an Trinkwasser reagierte.
Auf dem drei Hektar umfassenden Gelände befanden sich vier große Freiluft-Wasserreservoirs, von denen heute noch drei im Satellitenbild erkennbar sind. Das Konzept des Madrider Architekturbüros, die Grundstruktur der Bassins zu erhalten und als hydraulisches System einer neuen Nutzung rund um das Thema Wasser zuzuführen, überzeugte 2018 im Wettbewerb. Diesen hatte die Stadtverwaltung Saragossa ausgelobt, um das ungenutze Gelände wieder der Öffentlichkeit zuzuführen und den benachbarten Pignatelli Park zu erweitern.
Das erste der knapp hundert Meter langen Becken bleibt Wasserbassin: Mit 50 Zentimetern statt ehemals vier Metern Tiefe bietet es heute Raum für Wassersport und -spiele. 800 Düsen vernebeln Wasser, um die städtische Umgebung zu kühlen. Ferner werden hierüber die beiden anderen Bereiche mit Wasser versorgt: Zum einen den terrassierten Garten mit sechs gefassten Beeten und Wildwiesenvegetation, in den auch zwei Kinderspielplätze sowie begehbare Brunnen integriert sind. Zum anderen die begrünte Fläche, die die Planer*innen einem Amphitheater nachempfunden haben. Ihre Topografie orientiert sich nach unten in Richtung eines mit Wasserlilien besetzten Teiches, über dem die überdachte Bühnenplattform zu schweben scheint.
Bereits existierende Bauwerke zur Wasseraufbereitung und -speicherung wurden in den Umbau integriert: das Haus des Hausmeisters, die unterirdische Filterkammer und die Zisterne. Das alle Bereiche verbindende Wegesystem ist mit Laubbäumen bepflanzt, die zukünftig für den noch fehlenden Schatten sorgen sollen. Anfallendes Regenwasser wird zunächst in unterirdische Kiesversickerungsgräben geleitet. Zwei Brunnen sollen dann das zwischengespeicherte Wasser hochpumpen und die allmähliche Versickerung in den – entgegen des ersten Eindrucks – großteils mit porösem Material belegten Boden ermöglichen. (kms)
- Architektur:
- Héctor Fernández Elorza
- Mitarbeit Architektur:
- Javier Moraleda Perulero, Ana Sebastià Puig, Aitana San José Aguilera, María Risueño Domínguez, Ismael Medina Manzano
- Mitarbeit:
- Ignacio Delgado Conde (Bauingenieur), Félix Royo Millán (Tiefbauingenieur), Inmaculada Urriés Ortiz (Wirtschaftsingenieurin), Alejandro Bernabeu (Statik), Josué García (Statik)
- Bauunternehmen:
- Grupo MLN
- Bauherrschaft:
- Stadtverwaltung Saragossa
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