Holzschatulle mit Zeltdach
Reithalle in der Bretagne von K Architectures
Historische Markthallen aus dem 19. Jahrhundert und frühe ortsfeste Zirkusbauten standen Pate für eine Reithalle auf dem Gelände des ehemaligen Nationalgestüts Haras National am Rand der bretonischen Kleinstadt Hennebont. Entworfen wurde sie im Auftrag des Gemeindeverbands Lorient Agglomération von K Architectures, die einen quadratischen Baukörper mit abgeschrägten Ecken und gestaffeltem Zeltdach schufen. Das Pariser Büro orientierte sich bereits bei einem Theaterensemble in Béziers am typischen Erscheinungsbild von Zirkusarchitekturen.
Das heute auf Tourismus ausgerichtete Pferdezentrum befindet sich in einem historischen Gebäudeensemble, das 1858 von Napoleon III. eingeweiht wurde und ursprünglich der Zucht von Hengsten diente. Die denkmalgeschützte Anlage besteht aus zwei umbauten Höfen. Aus dem vorderen Cour du Puits ragt nun das Dach des 17 Meter hohen Neubaus empor. In ihm finden vor allem Reitsportaufführungen und Trainings, aber auch andere Veranstaltungen statt. Für die Staffelung der Obergaden ließen sich die Architekt*innen insbesondere vom Pariser Marché Secrétan, 1868 nach Plänen von Victor Baltard errichtet, inspirieren. In Anknüpfung an den Bestand sind die leicht geneigten Dachflächen ebenfalls mit Schiefer gedeckt.
Errichtet wurde die Halle als modularer Holzbau mit vorgefertigten Elementen. Um sie vollständig von Stützen freizuhalten, kam eine kuppelartige Konstruktion zum Einsatz: Aus den Ecken verlaufen vier bogenförmige Träger zur Mitte des Firsts, wo sie sich in einem Knotenpunkt treffen. An zwei gegenüberliegenden Seiten werden sie durch vier weitere Rippen ergänzt, hinzu kommen aussteifende Binder. Holzpaneele mit feiner horizontaler Struktur bilden die Fassaden, die mithilfe von Schiebetoren in der Größe ganzer Wandabschnitte öffen- oder vollständig verschließbar sind. Die beiden umlaufenden Oberlichtbänder sind ebenfalls mit waagerecht angebrachten, verstellbaren Lamellen ausgestattet, um Lichteinfall und Belüftung zu regulieren.
Die bewegliche Fassade lasse den Bau im Rhythmus der in seinem Inneren stattfindenden Reitshows entweder zum geheimnisvollen „Schmuckkästchen“ oder zum offenen Pavillon werden, erklären die Architekt*innen. Bis zu 700 Zuschauende finden auf den mobilen Tribünen Platz, die eine Arena mit 19 Metern Durchmesser umrunden. Diese kann auch zum rechteckigen, 39 mal 20 Meter großen Reitplatz umgestaltet werden. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- K Architectes
- Verantwortung Planung und Bauausführung:
- Margaux Alépée
- Tragwerksplanung:
- EVP Ingenierie
- Technik:
- AREA études
- Reitböden:
- Osmose
- Bauherrschaft:
- Lorient Agglomération
- Fläche:
- 1.464 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 3.600.000 €






