Luftige Masia
Wohnhaus von NUA arquitectures bei Girona
Am Ende des Weges, dort, wo die kleine katalanische Siedlung Mas Nadal in die bewaldeten Hänge des Gavarres-Massivs übergeht, steht die Casa Juià. NUA arquitectures aus Tarragona entwarfen hier ein luftiges, großzügiges Haus, das zwischen Innen und Außen vermittelt.
Mit ihren 283 Quadratmetern und der vorgelagerten Struktur aus Stützen und Veranden wirkt die Casa Juià von außen weniger wie ein klassisches Einfamilienhaus als wie ein kleines Mehrfamilienhaus. Und doch ist sie das Zuhause einer Familie, die nach einigen Jahren in Barcelona nach Juià in der Nähe von Girona zurückgekehrt ist.
Das Haus öffnet sich nach Osten zu den bewirtschafteten Feldern und nach Westen zu einem Bauernhaus. In Richtung Norden und Süden wird das Grundstück hingegen stärker begrenzt: Im Norden durch die Brandwand der angrenzenden Reihenhäuser, im Süden durch das ansteigende Profil des Gavarres-Massivs. Entsprechend ordneteten NUA hier zwei massive Wände an, die lediglich wenige kleinere Öffnungen erhielten.
Die vorgelagerten Stützen und tiefen Fassadenbereiche lockern nicht nur das Erscheinungsbild auf, sondern dienen auch als Filter- und Pufferzonen, verschatten die Fassaden und ermöglichen alternative Wege durch das Haus. Damit greift der Entwurf ein für traditionelle katalanische Bauernhäuser typisches Prinzip auf: die Vermittlung zwischen Innenraum, Hof und Landschaft. Auch das gegliederte Dach verweist auf die Typologie der sogenannten Masia.
Der Zugang erfolgt über eine Treppe und anschließend über eine Veranda. Der Hauseingang liegt in einem zweigeschossigen Luftraum, der Erd- und Obergeschoss miteinander verbindet und gleichzeitig eine bioklimatische Funktion übernimmt: Im Winter erwärmt er sich durch die westliche Sonneneinstrahlung, während im Sommer der Kamineffekt die Luftzirkulation und Kühlung unterstützt. Im Erdgeschoss schließt das großzügige Wohnzimmer mit Kamin an, das über eine weitere Veranda mit dem Außenraum verbunden ist. Die Schlafzimmer im Obergeschoss orientieren sich ebenfalls zur Landschaft.
Die Handschrift des Büros ist vor allem in der Materialsprache erkennbar. Ähnlich wie bei ihrer Revitalisierung an der Costa Daurada und dem Umbau einer Textilfabrik bei Barcelona verwendeten sie innen wie außen einen zurückhaltenden Kanon aus Holz, Keramik und Kalkmörtel. Für Fenster, Türen, Deckenbalken und maßgefertigte Möbel wurde Holz verwendet, während Kalkmörtel und Keramikelemente für Fassade, Wände und Böden zum Einsatz kamen. (dsm)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- NUA arquitectures
- Team:
- Arnau Tiñena, Ferran Tiñena, Maria Rius, Alfons Güell, Paula Roch, Manuela Piras, Jordi Canela, Júlia Franquet
- Tragwerksplanung:
- Windmill Structural Consultants
- Ingenieursplanung:
- Josep M. Delmuns
- Kostenplanung:
- Jose Bahillo
- Bauherrschaft:
- Privat
- Fläche:
- 283 m²




