Urlaub im lokalen Kontext
Revitalisierung an der Costa Daurada von NUA arquitectures
Der Ort Salou an der katalanischen Costa Daurada ist eine beliebte Badedestination. In Sichtweite des langen Strandes Platja de Ponent haben NUA arquitectures aus dem nahe gelegenen Tarragona im Auftrag einer privaten Bauherrschaft ein fünfgeschossiges Haus zum Aparthotel terra àurea umgebaut. Früher war darin ein Pflegeheim untergebracht. Nach dessen Auszug 2007 blieb es unter anderem aufgrund seines hohen Sanierungsbedarfs und der zeitgleich beginnenden Immobilienkrise in Spanien mehr als ein Jahrzehnt ungenutzt. Ende der 2010er Jahre wurde es mit dem Ziel verkauft, ein touristisches Projekt zu entwickeln.
Statt den verwahrlosten Bestand abzureißen, entschieden sich die Eigentümer*innen aus ökologischen und finanziellen Gründen für einen Umbau, erklären die Architekt*innen. Entstanden sind 27 Ferienwohnungen und ein Restaurant im Erdgeschoss. Das Hotel versteht sich als individuelle Alternative zu den gesichtslosen Massenunterkünften, die in der Region seit den 1960er Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen. Bei der Gestaltung der Apartments habe man Wert auf Bezüge zur lokalen Baukultur gelegt. Eine Umwandlung in Wohnungen sei ohne großen Aufwand möglich.
Die Bausubstanz des Hauses blieb größtenteils erhalten, instabile Wände und Bodenplatten wurden verstärkt, eine neue thermische Hülle ergänzt. Rote und grüne, teils glasierte Keramikfliesen, die auch die Innenräume prägen, greifen die lokale Bautradition auf. Während die Fassadenöffnungen zur Straße unverändert blieben, ordneten NUA die Fenster an den beiden Seiten neu, so dass ein einheitliches Erscheinungsbild entsteht. Für das Restaurant wurde ein ebenerdiger Vorbau verglast. Auf ihm entstanden Terrassen für die Wohnungen. Die Dachstruktur wich zugunsten einer Terrasse.
Ein pflegeleichter Garten mit geringem Wasserbedarf umgibt das Haus. Die zuvor gepflasterte Terrasse wurde großflächig entsiegelt, um dem Wärmeinseleffekt entgegenzuwirken. Mit der Umgestaltung der Freiräume waren Parcs i jardins Aspros beauftragt. Der Gartenbauservice der gemeinnützigen Stiftung Fundació Aspros beschäftigt Menschen mit kognitiven Einschränkungen. (da)
- Fertigstellung:
- 2023
- Architektur:
- NUA arquitectures
- Team:
- Alfons Güell, Paula Roch, Àngels Cañellas, Alba Azábal
- Ausführungsplanung:
- Albert Vilà, Júlia Oriol
- Statik:
- Windmill Structural Consultants
- Freiraumplanung:
- Parcs i jardins Aspros
- Bauherrschaft:
- privat
- Fläche:
- 1.679 m² Bruttogrundfläche