Konzerthaus München
Wettbewerb mit Gehry, gmp und HdM
Nachdem die Bayerische Regierung im Dezember 2015 beschlossen hat, den Neubau für das Konzerthaus München im Osten der Stadt zu errichten und damit eine langwierige, kontrovers geführte Standortdebatte beendete, lobt sie diesen Mittwoch nun einen Wettbewerb für die Realisierung aus. Das Konzerthaus mit einer Kapazität von 2.400 Plätzen soll bis 2021 auf einer 5.300 Quadratmeter großen Parzelle im Werksviertel am Münchner Ostbahnhof errichtet werden.
In einem Teilnehmerwettbewerb sollen sich zwischen 25 und 35 Büros für den nichtoffenen Realisierungswettbewerb qualifizieren. Gedanken machen können sich bereits die gesetzten Teilnehmer: Gehry Partners (Walt-Disney-Konzerthalle in Los Angeles), gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Qingdao Grand Theater), Henning Larsen Architects (Harpa in Reykjavík), Herzog & de Meuron (Elbphilharmonie Hamburg), Schultes Frank Architekten (Ideenwettbewerb Konzertsaal Marstall in München) und Snøhetta (Oper in Oslo). Damit wurden im Vorfeld internationale Experten für die Bauaufgabe Konzerthaus eingeladen – fehlen eigentlich nur Jean Nouvel (Philharmonie in Paris), Barozzi Veiga (Philharmonie in Stettin) oder auch der Münchner Architekt Peter Haimerl (Konzerthaus Blaibach).
Der Bewerbungsschluss ist der 19. September 2016. Nach Teilnahmebestätigung und Ausgabe der Auslobungsunterlagen im November ist dann bis zum 9. März 2017 Zeit für die Einreichung der Arbeiten.
Im Mai 2017 wird die Jury, der unter anderen Kai-Uwe Bergmann, Finn Geipel, Harry Gugger und Arno Lederer angehören, die Preise im Gesamtwert von 500.000 Euro vergeben.
Weitere Informationen sind auf der Webseite des Konzerthauses München abrufbar.
Nicht nur die magische Lage, sonderen auch die prägende Architektur einer Philharmonie bewirkt diese internationale Ausstrahlung, die ein Potential vergleichbar mit den Besucherzahlen der bayerischen Königsschlösser entwickeln könnte, wie es zurzeit bei der Philharmonie Hamburg zu beobachten ist. Anmerkung: Eine Verneigung vor Hans Scharouns Berliner Philharmonie für die Übernahme des gewellten Daches als wesentliches Gestaltungsmerkmal wäre angebracht. Der Wettbewerbserfolg für die neue Münchner Philharmonie ist zum Großteil dem Kostenschock der Hamburger Philharmonie geschuldet, weil die sich am Ambiente von Speicherbauten orientierende noble Einfachheit weniger Kosten impliziert, der nächste schwerwiegende Fehler, hier keine international beachtete Ikone zu realisieren. Der wahre Grund der explodierenden Kosten in Hamburg ist von Horst Seehofer mit der Ankündigung des Baubeginns der Münchner Philharmonie noch im Jahr 2018 offensichtlich nicht verstanden worden.
Wir Architekten haben aus früher i.d.R. offenen Verfahren geschlossene werden lassen. Wir Architekten finden heute das 15% Trost-Lose eine gute Quote für junge Kollegen-innen sind. Wir Architekten haben Kammern, die sich vor allem selbst verwalten und ängstlich auf die Renditen ihrer Versorungswerke starren. Wir Architekten sollten versuchen als Vertragspartner wieder ernst genommen zu werden. Wir Architekten-innen sollten daher ALLE keine Bewerbung für genau diesen Wettbewerb abgeben. Das wäre mal ein Zeichen ... und ein Versuch die Infektion unmittelbar anzugehen ...
Also: Nicht jammern - auf geht's!
schlau wäre preisrichter zu nehmen, die bereits ein konzerthaus geplant haben, was haben gugger, geipel schon gebaut ? und aus der elbphilharmonie könnte man ja lernen. da sind nicht nur herzog de meuron "schuld", aber nicht ganz unbeteiligt....