Mehr Holz für die Straßenmeisterei
Vautz Mang in Geislingen an der Steige
Vor sechs Jahren eröffnete im Industriegebiet des baden-württembergischen Geislingen an der Steige eine Salzlagerhalle für die örtliche Straßenmeisterei. Der Entwurf der Halle aus Holz und Stahlbeton stammt von Vautz Mang Architekten und stand auf der Shortlist des DAM Preises 2019. Nun ergänzte das Büro mit Sitz in Stuttgart und Frankfurt am Main die Anlage um zwei weitere Gebäude, die ebenfalls weitgehend in Holzbauweise realisiert wurden.
Die Riegelbauten nehmen Räume für das Betriebsbüro sowie Hallen zur Lagerung und Wartung von Fahrzeugen und Kleingeräten auf. Einander gegenüber angeordnet, formen sie einen Hof, dessen Kopfende die Salzlagerhalle bildet. Die Einfriedung ist teils in die Hallenaußenwände integriert und dient im Hofbereich als Schüttgutlager. Neue Freianlagen binden auch die mittelalterliche Siechenkapelle am südlichen Gehöftrand ein und reagieren auf die besondere Lage am Ortseingang sowie den Übergang zur Kulturlandschaft des Filstals.
Konstruktion, Gebäudehülle und Belichtung folgen einem gemeinsamen Tragwerksprinzip, das an die unterschiedlichen Anforderungen von Werkstatt, Lager sowie Büro- und Sozialbereichen angepasst ist. Das Tragwerk, für das Vautz Mang erneut mit Furche Geiger Mayer (Wendlingen) zusammenarbeiteten, ist auf große Gebäudetiefen, einen wirtschaftlichen Holzeinsatz und einen reduzierten Einsatz von Stahlbeton optimiert. Dieser wird nur dort verwendet, wo Anfahr- oder Witterungsschutz erforderlich ist.
Die Erweiterungen wurden als Ersatz für den rückgebauten Bestand errichtet. Um die graue Energie zu minimieren, fiel die Baustoffwahl auf Holz, regional aus dem Südschwarzwald bezogen. Die großteils sichtbar belassenen Oberflächen tragen zu einer angenehmen Arbeits- und Aufenthaltsatmosphäre bei. Auf chemischen Witterungsschutz konnte verzichtet werden, alle Bauteile sind durch ihre konstruktive Anordnung geschützt. Für einen energieeffizienten Betrieb wurden bauliche und technische Maßnahmen kombiniert: Regenwassernutzung, Photovoltaik, Solarthermie, Luftabsorber, Eisspeicher, passive Solargewinne und eine optimierte Tageslichtnutzung. (kms)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Vautz Mang Architekten
- Mitarbeit:
- Semra Cetin, Philip Dzewas, Christopher Glombitza, Selvinaz Köymen, Fabian Kuhnert, Stefan Mang, Rick Marsidi, Samantha Martinek, Benjamin Sander, Marie Schreiner, Guido Trolio, Tatjana Vautz, Andreas Zahn
- Tragwerksplanung:
- Furche Geiger, Michael Geiger
- Tiefbauplanung:
- Wolfgang Bürkle Tiefbau und Verkehrswesen
- Elektroplanung:
- PBS Ingenieurgesellschaft
- HLSK MSR Planung:
- Mtech Ingenieurgesellschaft
- Nutzer:
- Gemeinsamer Straßendienst der Landkreise Esslingen und Göppingen
- Bauherrschaft:
- Bundesrepublik Deutschland | Bundesministerium für Verkehr | Land Baden-Württemberg Ministerium für Verkehr | OFD Karlsruhe, Bundesbau | Staatl. Hochbauamt Ulm
- Fläche:
- 4.977 m² Bruttogrundfläche (inkl. Salzhalle)




