Allerlei Pilaster und Gesimse
Bürobau in Bordeaux von it’s Architetcure
Manchmal muss man genauer hinschauen. Auf den ersten Blick wirkt der Bürobau in Bordeaux von it’s (Rom/Paris) etwas behäbig. Die Architekt*innen legten ihren Fokus auf die kleinteilige Detaillierung der tragenden Betonfassade.
Aus der französischen Hafenstadt gab es rechts des Flusses Garonne in letzter Zeit so einiges zu vermelden. Allerdings ging es dabei durchweg um das Quartier Bastide-Niel, ein ehemaliges Industrie-, Kasernen- und Bahnareal, auf dem nun reihenweise Wohnungsbauten mit zerklüfteten Dachlandschaften entstehen. Der Bürobau mit dem Namen Mokuzai steht weiter südlich und gehört zum ZAC Belvédère. Dessen Entwicklungskonzept sieht ein gemischtes, dichtes Quartier um den Boulevard Joliot Curie vor.
Spitze Dächer, wie nebenan in Bastide-Niel, gibt es hier nicht. Eine übergeordnete Gestaltungssprache lässt sich dennoch erkennen. Massig erscheinende Baukörper, die mit ihren hellen, mineralischen Fassaden Urbanität ausstrahlen sollen – was durchaus typisch für Neubauten in Bordeaux ist. Auch it’s Entwurf hält sich daran, wenngleich sein Farbton etwas sandiger daherkommt. Der Bau im Auftrag der französischen Immobilienkonzerne Nexity und Cogedim, die auch die städtebauliche Entwicklung mitverantworten, bildet den östlichen Auftakt des Quartiers.
Das Volumen ist eine Anhäufung mehrfach zurückspringender Blöcke. Dabei haben die Architekt*innen dem Bau schon in der Fassade einiges an Differenzierung verliehen. Ihre aufwendig modellierten Betonfertigteile formen Pilaster, Gesimse und Brüstungselemente in variierenden Größen. Je Geschoss ändern sich kleine Details – größere Glasflächen im Erdgeschoss, mehr Wandanteil im ersten Stock, darüber teils aufgelöste Brüstungen und Loggien, in den obersten Etagen zusätzliche vertikale Unterteilungen. Womöglich wäre all das in einem einfacheren Baukörper noch klarer zur Geltung gekommen.
Das Raumprogramm von über 7.500 Quadratmetern Fläche umfasst unterschiedlich geschnittene Büroräume, die hauptsächlich ein Sozialversicherer aus dem Agrarsektor nutzt. Im Erdgeschoss finden dessen Mitglieder Angebote rund um die Gesundheitsversorgung. In den Innenräumen kamen Holzoberflächen zum Einsatz, worauf schon der Name Mokuzai (japanisch für Holz) hinweist. Das Material spielt auch auf den begrünten Terrassen eine Rolle, die it’s gemeinsam mit Let’s Grow anlegten. In den bis zu einem Meter tiefen Beeten haben unter anderem kleine Bäume Platz, was einen erfrischenden Kontrast zu den mineralischen Fassaden bietet. (mh)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- IT’S Architecture
- Landschaftarchitektur:
- Let’s Grow
- Bauherrschaft:
- Nexity, Cogedim
- Fläche:
- 7.500 m² Bruttogrundläche
- Baukosten:
- 16.970.000 € Baukosten
Deutlich reduzierter agierten it’s bei ihrem komplett schwarzen Wohnungsbau in Rom.







