Spitze Dächer in Bordeaux
Wohnanlage von Atelier Cambium und OLGGA
Nach einem Masterplan unter anderem von MVRDV entsteht in Bordeaux seit mehr als einem Jahrzehnt ein neues Quartier namens Bastide-Niel. In dieser Umgebung konnten Atelier Cambium (Bordeaux/Paris) und OLGGA Architectes (Paris) eine Wohnanlage mit 63 Einheiten fertigstellen. Vor ein paar Wochen konnten OLGGA bereits mit einer Sportanlage in Rouen überzeugen.
Das neue Quartier liegt östlich der Innenstadt am rechten Ufer der Garonne, die kurz nach Bordeaux in den Atlantik fließt. Historisch war die Gegend von Kasernenbauten, Lagerhallen und Eisenbahnanlagen geprägt. In Zukunft wird Bastide-Niel Raum für eine breite Palette an Nutzungen bieten. Bereits vor zehn Jahren wurde hier mit dem Stadtarchiv von Bordeaux ein erstes Vorhaben realisiert. Größere Wohnungsbauten von MVRDV oder urbanmakers folgten in den vergangenen Jahren. Und inzwischen ist auch ein klares formales Motiv des neuen Viertels erkennbar: zerklüftete Dachlandschaften.
Die Anlage von Atelier Cambium und Olgga folgt diesem Muster. Sechs Volumen platzieren die Architekt*innen auf dem irregulären Grundstück, wobei teils nur wenige Meter die Baukörper trennen. Steil ragen die Häuser auf, mit spitzen Dächern und abwechslungsreichen Zwischenräumen. Sichtbeton, der gut erkennbar Spuren der Schalungsplatten trägt, ist das Mittel der Wahl, wobei die Dachflächen bündig integriert wurden. Das stärkt den kantigen Look.
Auf den zweiten Blick sind außerdem historische Fragmente zu erkennen, die teils in die Neubauten integriert wurden. Der Grund hierfür ist rein ästhetischer Natur, waren auf dem Areal doch nur noch ein paar Außenmauern vorhanden. Diese übernehmen aber zumindest auch statische Aufgaben. In den farbigen Zusätzen des Betons und in den beigen keramischen Platten der Dachschrägen wird die Farbigkeit des historischen Kalksteins aufgegriffen. Die Außenräume sind Teil des landschaftsplanerischen Gesamtkonzepts des neuen Quartiers, das A+R Paysages (Bordeaux) entwarf.
Die Irregularität des Grundstücks und der einzelnen Volumen überträgt sich auf die Wohnungsgrundrisse. Diese erstrecken sich teilweise über mehrere Geschosse. Private Terrassen haben die Architekt*innen dabei geschickt in die Dachflächen integriert, so dass keine vorgesetzten Balkone den Gesamteindruck einer gebirgeartigen Großform stören. (sb)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- Atelier Cambium (Lead Architect) und OLGGA
- Tragwerk:
- Khephren Ingénierie
- Weitere Planungsbeteiligte:
- NEC (Versorgungstechnik, Elektroplanung), C3 (Fassaden), B2iX (Projektplanung, Baustellenmanagement)
- Bauherr:
- Crédit Agricole Immobilier
- Fläche:
- 4.348 m²
- Baukosten:
- 9.500.000 €












