Weiter am Wattenmeer
Besucherzentrum in den Niederlanden von Dorte Mandrup
Dies ist nicht das erste Welterbenaturzentrum, das Dorte Mandrup Arkitekter für die Nordseeküste entworfen haben. Im Gegenteil: Man könnte sagen, dass die dänische Architektin auf diesen Gebäudetyp ein gewisses Monopol hält: Vor neun Jahren ging es in Dänemark los, ein zweites Vorhaben wird seit 2018 in Wilhelmshaven umgesetzt und nun ist mit dem heutigen Projekt in Lauwersoog in den Niederlanden bereits No. 3 eröffnet worden. Mandrup spricht von ihrer „Wattenmeer-Trilogie“.
Lauwersoog ist ein kleines Dorf im Norden Hollands, bekannt vor allem als Fährhafen für die Überfahrt nach Schiermonnikeoog. Das Wadden Sea World Heritage Center liegt am nördlichen Dorfrand, direkt zwischen dem Hafen und der Nordsee. Man habe sich, schreibt das Mandrup-Team, von der Bewegung der Gezeiten und von den Schiffsbautraditionen zu einem kompakten Körper mit Holzfassade inspirieren lassen. Wie ein Schneckenhaus deutet er eine spiralförmige Bewegung an.
Die Holzfassade soll ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Mit den Jahren wird sie unter dem Einfluss des Salzwassers und des Windes verwittern, genau wie die Schiffe im Hafen. Tatsächlich besteht der außenliegende Sonnenschutz vor der Fassade aus wiederverwendetem Hartholz, das einem aufgelassenen Militärhafen in Kiel entstammt. Insgesamt wurden dort 203 Pfähle abgebaut, gereinigt, bearbeitet und nun in Lauwersoog wiederverwendet.
Das Zentrum in Lauwersoog möchte ein dynamic hub werden. Besuchende treffen hier auf Freiwillige, Studierende und Wissenschaftler*innen. Die Bereiche der unterschiedlichen Nutzer*innen überschneiden sich. Zum Beispiel kann man bei der Versorgung und der Pflege der hier untergebrachten Robben und Seehunde zuschauen, und auch die Labore im Haus haben Glasfenster, hinter denen man die Forschenden bei ihrer Arbeit sieht.
Als zentrales architektonisches Elementhaben die Architekt*innen einen kontinuierlichen Weg durch das Gebäude gelegt, der durch die offene Foyerhalle in die Ausstellung führt, von dort in den „Robben-Flügel“ geleitet und schließlich auf der Dachterrasse endet. Dort bietet sich ein 360°-Panorama über Fährhafen, Dorf und Meer. (fh)
- Fertigstellung:
- 2025
- Bauherrschaft:
- Stiftung Weltnaturerbezentrum Waddenzee
- Architektur:
- Dorte Mandrup
- Kontaktarchitekt:
- De Architecten van Team 4
- Tragwerk und Statik:
- ABT Wassenaar
- Innenarchitektur:
- Spring Studio
- Ausstellungsarchitektur:
- Northern Light
- Landschaftsarchitektur:
- LAOS landscape urbanism
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