Weißer Beton, feine Rippen
Wohn- und Geschäftshaus in Nanterre von AQMA
Nur wenige hundert Meter hinter den Hochhäusern von La Défense liegt die eigenständige Gemeinde Nanterre, zu deren Stadtgebiet das Pariser Hochhausviertel in Teilen gehört. Entsprechend groß ist der Entwicklungsdruck, was in der Transformation insbesondere von größeren, ehemaligen Bahn- und Gewerbeflächen resultiert. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts ZAC les Groues ist in Sichtweite von La Défense ein neues gemischtgenutztes Quartier in Umsetzung. Und an dessen Rand in unmittelbarer Nähe zum RER-Bahnhof Nanterre-La-Folie steht seit 2025 ein Wohn- und Geschäftshaus von AQMA Architectes mit Sitz in Paris.
Bei dem Neubaukomplex handelt es sich um ein kompaktes Volumen mit bis zu neun Geschossen, das unmittelbar an der breiten Schienentrasse steht. Im durchlaufenden Sockel kommen primär Büros und flexibel nutzbare Gewerbeflächen unter. Darüber entfaltet sich die Kubatur mit zwei einzelnen Volumen für die Wohnungen. Ein Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des Sockels verbindet die beiden Trakte. Insgesamt wurden 43 geförderte Einheiten umgesetzt, von denen laut Schema auch ein paar auf die unteren Geschosse entfallen. Die Erschließung erfolgt über drei eigenständige Kerne. Außerdem gibt es viel Raum für geschützte Fahrradstellplätze. Mit Blick auf die letzte Hitzewelle interessant: alle Wohnungen können quergelüftet werden.
Eine entscheidende konstruktive Herausforderung des Projekts war ein Tunnel der Metro, der unter dem Komplex verläuft. Die Tragsysteme beider Strukturen mussten vollständig entkoppelt werden. Umgesetzt wurde schließlich ein Stahlbetonbau. Dieser ist umgeben von einer Balkonebene aus vorgefertigten Elementen, deren Beton dank heller Zusätze fast weiß wirkt. Auch die Fassadenplatten sind vorgefertigt, sie erhielten aber zusätzlich eine feine vertikale Profilierung. Darüber hinaus haben die Architekt*innen die Fassade mit dunklen Holzlamellen weiter differenziert, was gut mit der Holz-Aluminium-Konstruktion der Fenster harmoniert. (sb)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- AQMA Architectes
- Team:
- Matthias Aguilar, Amandine Quillent, Agnès Rigault, Camillo Morini, Ambrine Rachidi
- Fläche:
- 5.900 m² Bruttogrundfläche




