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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Grundstein_fuer_Neue_Synagoge_in_Dresden_gelegt_6739.html

21.06.2000

Schnittstelle

Grundstein für Neue Synagoge in Dresden gelegt


Am 21. Juni 2000 wurde der Grundstein für den Neubau der Synagoge in Dresden gelegt, der nach Plänen der Architekten Wandel Hoefer Lorch + Hirsch (Saarbrücken / Frankfurt) entsteht.
Auf einem langgestreckten Grundstück am Elbufer, gegenüber der Brühlschen Terrassen, sind zwei autonome Baukörper vorgesehen, die Synagoge und Gemeindezentrum aufnehmen werden. Die gesamte Länge des Grundstücks wird ausgenutzt, ein zentraler Hof bringt die unterschiedlichen Nutzungen in einen räumlichen Zusammenhang. Während die Synagoge ein Raum der Konzentration und Andacht sein soll, dessen Volumen sich auf die Elbe bezieht und der sich damit in die Silhouette Dresdens einreiht, bezieht sich das Gemeindehaus auf die Altstadt und bildet eine neue Eingangssituation am Dresdner Altstadtring. Der Standort der am 9. November 1938 zerstörten Semperschen Synagoge wird zwischen den beiden Körpern als Leerstelle sichtbar gemacht.
Das Gemeindehaus, das eine Schnittstelle zwischen der jüdischen Gemeinde und der städtischen Öffentlichkeit bilden soll, öffnet sich mit seiner verglasten Nordfassade zum Hofbereich und gewährt - einem Guckkasten vergleichbar - einen Einblick in sein Innenleben. Der Baukörper der Synagoge verdreht sich kontinuierlich nach Osten, seine komplexe Form basiert auf einer schrittweisen Rotation orthogonaler Ebenen. Die monolithische Außenwand besteht aus 120 mal 60 mal 60 Zentimeter großen Betonwerksteinen. Den Gegensatz zur Massivität der äußeren Hülle bildet ein fragiles Gewebe im Inneren: Der eigentliche "rituelle Raum" wird von einem bronzenen Metalltextil gebildet, das von einem Deckenrost abgehängt ist.

Im Sommer 1997 war ein Wettbewerb für das Projekt entschieden worden, aus dem mit Heinz Tesar (Wien) und Livio Vacchini (Locarno) zwei erste Preisträger hervorgegangen waren. Die Jüdische Gemeinde zu Dresden entschied sich wenig später, den Entwurf des damals drittplatzierten Büros Wandel Hoefer Lorch + Hirsch zu realisieren. Der erste Spatenstich wurde bereits im November 1998 ausgeführt, wegen besonders schwieriger Gründungsarbeiten konnte die Grundsteinlegung erst jetzt, also über eineinhalb Jahre später erfolgen. Die Finanzierung des über 20 Millionen Mark teuren Bauvorhabens ist noch nicht vollständig gesichert, die Einweihung der Synagoge soll aber am 9. November 2001 stattfinden.

Ein Blick in den Innenraum des Modells, der einen Eindruck von der textilen „Wand“-Struktur wiedergibt ist als Zoom-Bild hinterlegt (Quelle: Wandel Hoefer Lorch + Hirsch).

Weitere BauNetz-Meldungen zum Thema finden Sie in der News-Datenbank unter dem Suchbegriff „Synagoge in Dresden“.

Die Jüdische Gemeinde Dresden informiert außerdem auf einer eigenen Website über das Projekt.


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