RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Zwei_Wohnhaeuser_in_Wien_von_Froetscher_Lichtenwagner_8051893.html

21.11.2022

Zurück zur Meldung

Den Aufzug mal stehen lassen

Zwei Wohnhäuser in Wien von Froetscher Lichtenwagner


Meldung einblenden

Wer in einem Haus mit Aufzug lebt und schon mal die Nebenkosten studiert hat, der weiß, dass es angesichts der aktuellen Stromkosten durchaus einen Unterschied machen würde, wenn mehr Menschen die Treppe benutzten. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass es dazu noch einige Überzeugungsarbeit braucht – zumal es in größeren Mietshäusern oft nur die vernachlässigten Fluchttreppenhäuser sind, die der vertikalen Bewegung dienen. Im Fall zweier kürzlich in Wien fertiggestellter Wohnbauten hat sich das Büro Froetscher + Lichtenwagner (Wien) nun mit genau dieser Herausforderung beschäftigt.

Die beiden Bauten im Quartier Breitensee im 14. Bezirk entstanden im Rahmen der Entwicklung des früheren Areals der Körnerkaserne. Beide stehen nur wenige Meter voneinander entfernt an der gleichen Straße, wurden aber in unterschiedlicher Bauherrenschaft umgesetzt. Auftraggeber waren in beiden Fällen Genossenschaften, weshalb die Vorhaben die engen Vorgaben des geförderten Wohnungsbaus erfüllen mussten. Gleichwohl konnten die beiden Bauten mit einigen räumlichen Extras versehen werden.

Das Gebäude an der Spallartgasse zeigt sich als das urbanere Haus. Öffentliche Nutzungen besetzten hier im Erdgeschoss die Straßenecke. Darüber folgt eine kompakte Fassade in sandfarbenem Putz. Das andere Wohnhaus, weiter unten an der Leyserstraße gelegen, präsentiert sich hingegen mit breiten Brüstungen aus hellem Beton. Diese erlaubten es, einige der bestehenden Bäume zu erhalten, die anderenfalls aufgrund von Brandschutzvorgaben hätten gefällt werden müssen, um die Zugänglichkeit bei Löschangriffen sicherzustellen. Beide Häuser verfügen über Gemeinschaftsräume und öffnen sich rückwärtig zu geschützten, grünen Hofbereichen, die vom ebenfalls in Wien ansässigen Büro Kandl gestaltet wurden.

Besonders bemerkenswert bei beiden Bauten ist allerdings die gestalterische Großzügigkeit ihrer Treppenhäuser. Obwohl die Wohnhäuser mit Aufzügen ausgestattet sind, wurden diese Treppenhäuser als eigenständige vertikale Räume ausformuliert. Balkonartig ragen die Treppen mit ihren geschwungenen hölzernen Handläufen in gut belichtete, gebäudehohe Lufträume, so dass es eine Freude sein muss, hier mit Elan die Stiegen hinauf- und hinabzutraben. (sb)

Fotos: Anna Blau, Studio Huger


Dieses Objekt & Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen:
BauNetz-Maps


Kommentare

1

joscic | 23.11.2022 12:15 Uhr

Toller Fahrradkeller

Die Fahrräder hochhängen wie auf Bild 8 finde ich gut. Mittelgang Erschließung und einseitig ausgerichtete Wohnungen allerdings nur dann, wenn es so gut umgesetzt ist wie hier.

 
Mein Kommentar
Name*:
Betreff*:
Kommentar*:
E-Mail*:

(wird nicht veröffentlicht)

Zur Durchführung dieses Service werden Ihre Daten gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben! Näheres erläutern die Hinweise zum Datenschutz.


Ab sofort ist die Eingabe einer Email-Adresse zwingend, um einen Kommentar veröffentlichen zu können. Die E-Mail ist nur durch die Redaktion einsehbar und wird nicht veröffentlicht!


Ihre Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.



Stadthaus Spallartgasse mit 71 geförderten Wohnungen

Stadthaus Spallartgasse mit 71 geförderten Wohnungen

Parkwohnen Leyserstraße

Parkwohnen Leyserstraße

Hier entstanden 108 geförderte Wohnungen

Hier entstanden 108 geförderte Wohnungen

Treppenhaus im Gebäude in der Leyserstraße

Treppenhaus im Gebäude in der Leyserstraße

Bildergalerie ansehen: 48 Bilder

Alle Meldungen

<

21.11.2022

Rohstoff Moderne

Rathaus-Ersatzbau in Korbach von heimspiel und agn

21.11.2022

Kuehn Malvezzi und Pelletier de Fontenay

Pläne für Kulturzentrum in Montreal

>
vgwort