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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Umbau_von_Mestres_Wage_Mendoza_Partida_und_BAX_studio_in_Kristiansand_8602014.html

11.06.2024

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Silo für norwegische Kunst

Umbau von Mestres Wage, Mendoza Partida und BAX studio in Kristiansand


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Ein Beispiel für die gelungene Transformation eines ehemaligen Silobaus zum Kunsttempel findet man in Kapstadt. Ein ganz ähnliches Projekt konnte nun am Hafen in Kristiansand im Süden Norwegens fertiggestellt werden. Die Pläne für die Sanierung und den entsprechenden Umbau eines ausgedienten Getreidesilos auf der innerstädtischen Halbinsel Odderøya, direkt neben dem Kilden Performing Arts Centre entwickelten die drei in Barcelona ansässigen Büros Mestres Wåge Arkitekter, Mendoza Partida und BAX studio. Sie hatten 2016 den internationalen Wettbewerb dazu gewonnen. Landschaftsgestaltung und Lichtdesign für das Kunstsilo verantworteten Henning Larsen Architects (Kopenhagen/Oslo).

Nach sechsjähriger Planung öffnete das Kunstmuseum am 11. Mai 2024 seine Tore für das Publikum. Entstanden sind 3.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche, auf der moderne nordische Kunst gezeigt wird. Dazu gehören die drei Sammlungen Tangen Collection, Sørland Art Collection und Christianssands Picture Gallery. Zur Finanzierung des Projekts, das unter Bauherrschaft der Stiftung Kunstsilo realisiert wurde, trug insbesondere der aus Kristiansand stammende Hedgefondsmanager Nicolai Tangen bei, dessen Sammlung nun hier präsentiert wird. Auch die Stadt steuerte 50 Millionen Norwegische Kronen, knapp 44 Millionen Euro bei.

Der markante Industriebau stammt ursprünglich aus dem Jahr 1935 und wurde von Korsmo og Aarsland entworfen, die zu den norwegischen Vertretern des Funktionalismus zählen. Die Osloer Architekten orientierten sich am Vorbild amerikanischer Silogebäude aus Stahlbeton. Mit der Schließung der Getreidemühle in Kristiansand 2008 hatte das Bauwerk in seiner ursprünglichen Funktion ausgedient.

Der Gebäudekomplex besteht aus 30 zylindrischen Silorohren mit gut 38 Metern Höhe, einem Aufzugsturm und einem Lagergebäude. Das Planungsteam erhielt die minimalistische Ästhetik und klare Geometrie des Bestands und fügte diesem auf der Rückseite noch einen schmalen, länglichen Neubau hinzu. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Verglasungen fast vollständig zum Wasser hin und bildet hier als transparenter Sockel einen Gegensatz zum fast hermetisch geschlossenen oberen Gebäudeteil.

Herzstück des Museums ist ein kathedralenartiges Atrium mit bis zu 21 Metern Höhe, das in die Betonstruktur der Röhren hineingeschnitten wurde. Dabei wurde der untere Teil der Mittelzylinder entfernt, die äußeren wurden halbiert und flankieren nun in skulpturaler Weise den Luftraum, um den herum auf drei Geschossen unterschiedlich große Ausstellungsräume angeordnet sind. Diese 25 schlichten weißen Galerien liegen in den Volumen der ehemaligen Lagerhalle und des Neubaus. Ein weiterer spektakulärer Raum ist die Dachterrasse mit Bar und Veranstaltungsräumen. Sie liegt über dem Silokern, wo aufgesetzte Glaszylinder wie eine Fortsetzung der Röhren wirken. (da)

Fotos: Alan Williams, Tor Simen Ulstein, Kunstsilo


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Kommentare

1

arcseyler | 11.06.2024 16:41 Uhr

@ 0815 Architekt (Berliner Schloss gestern)

Wie beim Bleigießen, hier die Suche im zufälligen Bestand nach dem neuen bewussten Sein, das sich in irgendeine Ecke verkrochen hat und aufgestöbert werden muss. Impulse können von ganz woanders kommen. Etwa als Möbel. Zunächst auch als Negation des Geltenden, wie der Einfügung, des Kontinuums. Vorsätzliche Disruption.
Kunst ist nicht, was man will, sondern wie es ist. Im Einklang mit dem Sein.
Und schon könnte das Ding sich hier ganz anders gebärden. Viel unmittelbarer.

 
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