Glasbausteine auf Centrumeiland
Townhouse in Amsterdam von Studioninedots
Das Amsterdamer Büro Studioninedots kennt man vor allem für großmaßstäbliche Wohnungsbauten – etwa in Almere, Amsterdam oder Delft. Nun folgt das erst zweite realisierte Einfamilienhaus des Büros. Entstanden ist es auf Centrumeiland, einer künstlich aufgeschütteten Insel im Amsterdamer Osten, die seit 2015 entwickelt wird. Noch wirkt vieles hier provisorisch, beinahe unfertig. Rund 1.500 Wohneinheiten sollen in den kommenden Jahren entstehen.
Das städtebauliche Konzept von Centrumeiland setzt auf Mischung. Rund zwei Drittel der Parzellen werden in Eigenregie entwickelt. Neben Geschosswohnungsbau stehen Townhouses, häufig als individuelle Bauherrenprojekte realisiert. Projekte wie der kollektive Wohnkomplex von Natrufied Architecture zeigen, wohin die Reise geht.
Vor diesem Hintergrund positioniert sich das Light House als schmaler, vertikal organisierter Baukörper. Der Bau steht derzeit noch frei, dürfte jedoch an den Längsseiten bald flankiert werden. Vier Obergeschosse stapeln sich über einem vergleichsweise großzügigen Erdgeschoss, das Volumen staffelt sich nach oben. Die klassische Townhouse-Typologie – Belichtung ausschließlich über die Stirnseiten – bleibt klar ablesbar. Straßenseitig wechseln Glasbausteine mit metallischen Paneelen; im obersten Geschoss spannt ein bodentiefes Bogenfenster einen Akzent auf. Rückseitig setzt sich das Spiel mit Glasbausteinen und Stahlgitterelementen fort.
Im Inneren folgt das Haus mit einer Bruttogrundfläche von 257 Quadratmetern einer konsequent vertikalen Dramaturgie. Das Erdgeschoss bündelt Funktionen wie Küche, Essen und den Zugang zum Außenraum. Darüber folgt ein Raumkontinuum mit Lufträumen, halb offenen Ebenen und einzelnen abgeschlossenen Zimmern. Ganz oben schließlich ein hohes Wohnzimmer mit seitlicher Dachterrasse. Das Projekt basiert konstruktiv auf einem Stahlrahmen-Leichtbausystem mit vorgefertigten Holzelementen als Ausfachung. (gk)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Studioninedots
- Team Architektur:
- Metin van Zijl, Albert Herder, Vincent van der Klei, Wouter Hermanns, Ania Bozek, Dennis Roest
- Bauherrschaft:
- privat
- Fläche:
- 257 m² Bruttogrundfläche
Mehr zu der Erweiterung Amsterdams durch künstliche Inseln in BauNetz WOCHE #632 „Amsterdam. Wohnen am Wasser.“







- Die Maison du Verre kann man heute sogar wärmegedämmt bauen. So bewirbt etwa der Hersteller Fuchsdesign einen Stein mit einem Ug-Wert von 0,8, die fertige Fläche wird etwa einer Zweischeibenverglasung inklusive Rahmenanteil entsprechen. Materialpreis allerdings nur der Steine pro qm: 875 Euro. (Alles nur das Ergebnis einer Websuche.)
- Die vom Vorredner vermutete doppelschalige Ausführung lässt sich nach Durchsicht der Unterlagen, genauer mit Blick auf den Schnitt nicht erkennen. Hier ist nur eine einschalige Wand gezeichnet, bin auch geneigt, dieser Darstellung zu glauben, die Fotos geben eine zweischalige Ausführung nicht her.
Ich finde das Projekt sehr gelungen, würde mir u.a. angesichts der hiesigen Kommentare eine Beleuchtung der „Produktionsbedingungen“ der gezeigten Projekte wünschen. Das wäre eine Erkenntnisebene, die über die Fotos und korrelierenden Zeichnungen hinausgeht. In diesem Sinne könnte es mehr zu einer wirklichen Fachpublikation werden. Die spannende Frage ist doch häufig: Was muss zusammenkommen, um das hier oft gezeigte Außergewöhnliche zu erreichen? Die detaillierte Beantwortung dieser Frage aber ist ressourcenhungrig, ich verstehe also gerne, wenn die Artikel nicht so ganz in die Tiefe gehen. Vielleicht aber ist die Zielgruppe des Baunetzes aber auch eine andere…
Läuft denen im Winter nicht das Kondensat die Wand herunter?