Stadtquartier auf Bahngelände
Team um Coldefy plant in Budapest
Im Nordosten von Budapest wird das ehemalige Bahngelände Rákosrendező zu einem gemischt genutzten Stadtquartier entwickelt. Den internationalen Wettbewerb für die Entwicklung eines Masterplans gewann ein Team unter Leitung von Coldefy (Paris, Lille, Shanghai) in Zusammenarbeit mit Cityförster (Hannover/Rotterdam/Tirana), Treibhaus Landschaftsarchitektur (Hamburg/Berlin), sporaarchitects (Budapest) und Marko and Placemakers (London/Bratislava). Auf der industriell geprägten Fläche sollen innerhalb der nächsten 15 Jahre über 10.000 Wohnungen sowie neuen Arbeits-, Freizeit- und Kulturangeboten entstehen.
Das Quartier wird vom Budapest Capital Asset Management Centre im Auftrag der Stadtverwaltung von Budapest entwickelt. Das Planungsgebiet umfasst insgesamt 244 Hektar. Es gliedert sich in sechs Teilbereiche, die jeweils ein eigenes Zentrum ausbilden, was an die Struktur historischer Stadtviertel Budapests anknüpfen soll. Diese werden durch ein Netz aus öffentlichen Freiräume verbunden. Ergänzt wird dies durch umgenutzte ehemalige Bahngebäude und ein kulturelles Zentrum mit Bibliothek und Eisenbahnmuseum.
Der Bahnhof Rákosrendező wird zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt ausgebaut. Er bindet das Quartier an U-Bahn, Straßenbahn sowie das regionale und überregionale Bahnnetz an und verknüpft außerdem den Fuß- und Radverkehr. So sollen autofreie Straßen ermöglicht werden. Im Umfeld entsteht ein urbanes Zentrum mit Büros, Hotels, Einzelhandel und Dienstleistungen, das in mittlere und niedrige Wohnbauten übergeht. Ein neuer Bahnhofsplatz bildet Raum für Märkte und Veranstaltungen und fungiert als städtebauliches Entrée des Quartiers.
Ein 15 Hektar große „Forest Park“ bildet das grüne Zentrum des Quartiers. Der Rákos-Bach wird renaturiert und als naturnaher Wasserlauf mit zugänglichen Uferbereichen, Wegen und Aufenthaltszonen gestaltet. Jenseits des Bachs wird die bislang fragmentierte Landschaft in einen zusammenhängenden Sport- und Freizeitbereich mit Außenanlagen und einer U-Bahn-Station umgewandelt. Ergänzend soll ein neuer „Railway Park“ mit Wiesen, Veranstaltungsflächen und einem zentralen See entstehen. (iok)