Auf der Tartanbahn zur Bucht
Parkanlage in Belém von Natureza Urbana
Urprünglich war das heutige Stadtgebiet von Belém in der brasilianischen Amazonas-Region von einem weit verzweigten Netz aus Flussarmen, sogenannten Igarapés, geprägt. Die fortschreitende Urbanisierung führte jedoch zur tiefgreifenden Umgestaltung und Kanalisierung dieser Wasserlandschaft. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP30 im Jahr 2025 investierte der Bundestaat Pará rund 700 Millionen Euro, um die Gastgeberstadt Belém vorzubereiten und als Beispiel erfolgreicher Klimaanpassung zu inszenieren. Der Parque Linear da Doca ist ein Resultat dieser Umbaumaßnahmen. Entlang des Doca-de-Souza-Franco-Kanals realisierten Natureza Urbana (São Paulo) ein Naherholungsgebiet, um das Wasser wieder stärker ins urbane Leben zu integrieren.
Der für den Park revitalisierte Kanal geht auf den historischen Verlauf des Igarapé das Almas („Flussarm der Seelen“) zurück. Über 1,2 Kilometer fließt das Wasser hier zwischen Betonwänden, links und rechts gesäumt von den jeweils vier Fahrspuren der Avenida Visconde de Souza Franco. Die Architekt*innen setzten auf Entsiegelung, 200 klimaresiliente Bäume und eine Vegetation im Kanal, die Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser filtert. Der Park verläuft entlang und auf Stegen auch oberhalb des Wassergrabens. Unterschiedliche Bauhöhen sollen dem Hochwasserschutz dienen, unterstützt durch Verbesserungen der hydraulischen Anlage.
Statt eines nur visuell von der hochfrequentierten Straße getrennten Radweges führt nun eine gewundene rote Tartanbahn zur Guajará-Bucht, vorbei an einem vielfältigen Freizeitangebot: Sport- und Spielplätze, verschattete Pavillons für kulturelle Veranstaltungen, ein Hundepark, ein Aussichtspunkt, Erholungsflächen in Gärten oder mit Wasserblick und Imbissen. Verbindendes gestalterisches Element ist der rote Stahl, der für Brüstungen, Stützen und Träger von Stegen und Dächern zum Einsatz kam. Die helle nächtliche Beleuchtung unterstreicht die neue ökologische wie soziale Bedeutung des ehemals überformten Wasserlaufs, der nun wieder als Teil des Stadtraums wahrgenommen werden kann. (kms)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Natureza Urbana
- Projektleitung:
- Giulia Corsi
- Projektteam:
- Claudia Jaegerman, Julia Ximenes, Juliana Santos, Luan Neske, Nicollas Rangel and Yan Azevedo
- Koordination:
- Manoela Machado, Pedro Lira
- Auftraggeber:
- Regierung von Pará
- Fläche:
- 40.080 m² bearbeitete Fläche
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