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28.02.2024

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Álvaro Siza im Serralves-Park

Museumserweiterung in Porto


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Der 1932 vom französischen Landschaftsarchitekten Jacques Gréber entworfene Serralves-Park in Porto gilt nicht nur als beispielhafte Gartenanlage des Art déco. Er ist auch von der Architektur Álvaro Sizas geprägt, der hier für die Serralves-Kunststiftung das 1999 eröffnete Museum für Zeitgenössische Kunst entwarf. Das Filmhaus Manoel de Oliveira (2019), das Gärtnerhaus (2021) und die Restaurierung der Casa de Serralves aus den 1920er Jahren von José Marques da Silva entstanden ebenso in enger Zusammenarbeit zwischen Siza und der Serralves-Stiftung.

Nun hat der mittlerweile 90-jährige, scheinbar unermüdliche Großmeister und Pritzker-Preisträger mit dem Álvaro-Siza-Flügel erneut ein Projekt vor Ort realisiert. Der rund 4.200 Quadratmeter große Anbau erweitert das Museum auf der Westseite und vergrößert dessen bisherige Fläche um circa 33 Prozent.

Skulptural geformt, fügt sich der strahlend weiße Bestandsbau des Museums mit U-förmigem Grundriss in den Park ein. Er besteht aus einem Hauptgebäude und zwei südlich angrenzenden Flügeln, die einen kleinen Garten flankieren. Der neue, längliche Baukörper setzt diese Gestaltungssprache fort und passt sich mit seiner polygonalen Geometrie dem dichten Baumbestand seiner Umgebung an. Leicht vom Haupthaus abgerückt, ist er an dessen südwestlichem Teil auf Höhe des ersten Obergeschosses mit einer Verbindungsbrücke angeschlossen, die einen Parkweg überspannt. 

Konstruiert wurde der kantige Bau aus Stahlbetonwänden, die mit Kork gedämmt und verputzt wurden. Am Sockel umläuft eine graue Granitverkleidung das Gebäude. Auch in den Erschließungsbereichen trifft weißer Putz auf helle Steinoberflächen. Innen kamen Gipskartonplatten zum Einsatz, abgehängte Deckenplatten streuen das Licht und lassen zusammen mit Holzfußböden eine kontemplative Atmosphäre entstehen. Ein markantes dreieckiges Fenster und ein ebensolcher Wandeinschnitt prägen die Gestaltung der Hauptgalerie.

Der neue Flügel nimmt auf zwei Geschossen Ausstellungsräume auf. Das dritte Geschoss beherbergt einen großen Teil von Álvaro Sizas Archiv, das er 2015 an die Serralves-Stiftung übergab. Nach 18 Monaten Planungs- und Bauzeit öffnete der Neubau vor wenigen Tagen mit zwei großen Ausstellungen seine Pforten. Eine widmet sich den Beständen der Stiftungssammlung, die andere zeigt unter dem Titel „C.A.S.A.“ Werke aus Sizas Archiv, die sich um das Haus als architektonischem Archetyp drehen. (da)

Fotos: Fernando Guerra


Video:


Video: Fundação Serralves

Zum Thema:

Zwischen 2016 und 2018 entstanden drei Bücher über Álvaro Sizas Frühwerk.


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Kommentare

3

Latimer | 29.02.2024 15:28 Uhr

Serralves-Park

Ich kenne den Serralves-Park aus einem Besuch im Sommer 2022. Der Park ist grandios und Sizas erstes Gebäude an sich auch - innen wie außen. Der Anbau war damals im Bau. Die Bilder bestätigen aber die architektonsiche Vorgehensweise des Ersten.

Allerdings war schon damals auffallend, dass es keinen Bezug des Gebäudes zum Park gibt, im Gegenteil: der Bau nahm Teile des Parks einfach in Anspruch, teilweise recht brutal und baut Bezüge nur sporadisch durch das eine oder andere Fenster auf. Das ist insbesondere deswegen bedauerlich, da die ebenfalls auffallenden Bestandsbauten solche Bezüge in vielfältiger, schöner und spannender Form herstellen.
Man mag unterschiedlicher Ansicht über das Ergebnis sein. Für mich bleibt Siza aber leider weit hinter den Möglichkeiten zurück, die der Ort bietet.

2

auch ein | 29.02.2024 09:24 Uhr

architekt

schade dass man die verschachtelkei nicht auch aussen wahrnimmt. in der ansicht sind es recht öde schuhschachteln.... ein paar höhenbversprünge, die dritte dimension, würde guttun.

aber das ist jetzt wahrscheinlich gotteslästerung....

1

ep_ | 28.02.2024 16:55 Uhr

Dank

an Álvaro Siza, den Baukünstler im bescheidensten und umfassenden Sinn!.

 
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