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01.07.2013

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Präzise, urban und archaisch

Museum in Hongkong von HdM


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„M+ ist nicht einfach ein weiteres Museum. M+ ist ein Kulturzentrum für Kunst, Design, Architektur und Film des 20. und 21. Jahrhunderts“, kündigen Herzog & de Meuron (Basel) ihre Pläne für einen Museumsbau in Hong Kong an. Gerade wurde das Büro zum Sieger eines Wettbewerbs mit eindrucksvollen Finalisten wie SANAA, Renzo Piano, Shigeru Ban, Snøhetta und Toyo Ito erklärt.

Das Kulturzentrum wird eines der ersten Gebäude des West Kowloon Cultural District sein, der gerade nach einem Masterplan von Foster and Partners entsteht. Das Land in der engen Stadt Hongkong wurde durch Aufschüttung von Teilen des Hafens gewonnen. Auf diesem künstlich hergestellten Grundstück einen postindustriellen Ort herzustellen, der mit seiner Vergangenheit verwoben und dennoch für eine ganz neue Nutzung vorgesehen ist, betrachten die Architekten als den größten Reiz an dieser Aufgabe. Der Tunnel des Airport Express schien zunächst ein lästiges Hindernis darzustellen; inzwischen haben ihn die Planer als Chance begriffen und in den Entwurf integriert.

Die Tunnelebene legen die Architekten teilweise frei und legen einen Ausstellungsort für Installationen und Aufführungen an. Angegliedert ist eine schwarze L-förmige Black Box mit flexibel nutzbaren Studios und direktem Zugang zu den Laderampen des Hafens, womit die Architekten wiederum eine Verknüpfung zur ehemaligen Bestimmung des Orts herstellen.

Darüber schwebt ein horizontales Gebäude mit eher konventionell nutzbaren Ausstellungsflächen. Sie sind „wie eine Stadt“ auf einem orthogonalen Raster um einen zentralen Platz herum organisiert. Von hier aus gelangen die Besucher in alle Bereiche des Kulturzentrums. Neben Flächen für Wechselausstellungen planen die Architekten drei klar definierte „Anchor Rooms“. Eine hohe Gallerie mit zwei Lichtbändern unter der Decke wächst aus dem horizontalen Gebäudeteil und steckt zugleich im unteren Teil des Hochhauses mit den Bildungseinrichtungen, Arbeitsräumen, mehrgeschossigen Innenhöfen und – in den oberen Stockwerken – Restaurants, Cafes und einem Himmelsgarten. Zusammen mit der Basis entsteht die Gesamtform eines umgedrehten „T“.
Von den Ecken des zentralen Platz ist außerdem eine Reihe von Gallerien erreichbar, die jeweils von einem Raum mit speziellem Charakter eingeleitet und strukturiert wird. Diese Räume bieten Ausblicke auf den Hafen, den späteren West Kowloon Park und die Skyline von Hongkong Island und können zu großen Einheien zusammengeschaltet oder in kleinere geteilt werden.

Zwischen dem „gefundenen Raum“, wie die Architekten die Tunnelebene nennen, und dem schwebenden horizontalen Gebäude liegt eine weitläufige Eingangszone. Sie ist offen und geschützt zugleich und als Forum der Gesamtanlage vorgesehen. Die Besucher können sich hier einen Überblick zu allen Angeboten des Kulturzentrums verschaffen. In der Bodenplatte verläuft diagonal eine Öffnung, die Einblicke in die „Ausgrabunsstätte“ der Tunnel ermöglichen. Nach oben sieht man in den offenen Himmel und die Hochhäuser aus der Froschperspektive.

Die Gesamtstruktur, so die Architekten, ist nicht nur in ihrer Umgebung verankert, sondern von ihr geformt. Ihre präzise, urbane und archaische Form wird Teil der Skyline von Kowloon und –  vor allem – ein öffentliches Forum. 2017 soll der Bau abgeschlossen sein.


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Kommentare

4

auch ein | 03.07.2013 16:05 Uhr

architekt

ne kiste halt.....
was ist daran archaisch? dann wäre jede hochhausscheibe archaisch...kann sie ja sein.
gut ist die phrase:

"mit eher konventionell nutzbaren Ausstellungsflächen"

also wenn man ausstellen will dann will man ausstellen oder? was wäre denn eine UNKONVENTIONELLE ausstellungsfläche?????

3

Matthias Beyer | 02.07.2013 14:36 Uhr

Schweben

Ob das die Architekten so beschrieben haben oder ob es der Redakteur so bezeichnet weiss man nicht.
ich bin auch kein Freund der überschwänglichen Architekturphrasen aber man sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, es wird ein Konzept beschrieben!

2

Andrea Palladio | 01.07.2013 17:39 Uhr

@Max

Vielen Dank für diesen erfrischenden Kommentar. Stimme vollauf zu. Davon abgesehen erscheint mir selbst das visuelle Abheben des horizontalen Baukörpers hier nur mässig gut gelungen. Schliesslich ist der Sockel, anders als bei Corbu selig keineswegs offen gehalten, sondern durchweg verglast und nutzbar gemacht. Einmal mehr scheint HdeM hier ein Projekt abzuliefern, welches zwar eine gewisse Originalität ausstrahlt, deren Qualität aber bezweifelt werden darf.

1

Max | 01.07.2013 16:00 Uhr

Schwebend

Ich persönlich habe, trotz vielfacher Behauptungen einiger Architekten, noch nie ein Gebäude, ja nicht mal einen einzelnen Gebäudeteil schweben gesehen. Sollte HdeM (oder deren Tragwerksplaner) das können, bin ich der erste, da nach Hong Kong reist, um mir das anzuschauen. Bis dahin würde ich eine solche Unschärfe in den Beschreibungen doch eher wegzaubern.

 
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