Unter einem Dach aus Reet
Kita und Tagespflege in Krusemark von Hallmann Architekten
Kinder und Senioren unter einem Dach, das ist eine sinnvolle Kombination für die inklusive Gesellschaft. Im Falle des Neubaus für eine Kita und Tagespflege im sachsen-anhaltinischen Hohenberg-Krusemark, der im Auftrag des Deutschen Rotes Kreuz, Kreisverband östliche Altmark e.V. entstand, ist sie zudem zeichenhaftes Entwurfsmotiv. Hallmann Architekten aus dem nahegelegenen Havelberg haben dem Haus nämlich ein beeindruckend großes Reetdach aufgesetzt. Es schützt 955 Quadratmeter Nutzfläche, die wiederum 50 Kindern eine Betreuung und 16 Seniorinnen und Senioren eine Tagespflege ermöglichen.
Weil die Jugendstil-Villa, in der die Kita zuvor untergebracht war, den Anforderungen der Pflege nicht entsprach, hatte sich die Gemeinde für einen Neubau auf einem Grundstück am nördlichen Ortsrand entschieden. In der flachen Landschaft zwischen Weiden und Feldern, Lagerhallen und Windrädern ist das Haus schon von weitem sichtbar. Mit ihrem Entwurf, der in Zusammenarbeit mit lux architect aus Neusäß entstand, knüpfen die Architekten an die Bautradition in der Altmark an, wo seit der Steinzeit langgestreckte Häuser mit apsidialen Enden gebaut wurden – und wo das Baumaterial vor 150 Jahren keine langen Wege zurücklegen musste.
Heute ist das anders. Reet wächst aufgrund des abgesenkten Grundwasserspiegels in der Gegend nicht mehr, für das Dach kam es aus Polen und Ungarn. Ein solches Dach zu planen und zu bauen, erfordert Beharrlichkeit und Geduld von den Fachplaner*innen und Weitsicht und Mut von der Bauherrschaft und der Gemeindevertretung. Dank der guten Zusammenarbeit der Beteiligten – und auch einiger baurechtlicher und brandschutztechnischer Ehrenrunden – wurde alles innerhalb von drei Jahren Planungs- und Bauzeit fertig. Zum Planungsteam gehören neben den Architekten auch ZRS Ingenieure (Berlin), Ollendorf beratende Ingenieure (Schernikau), EIT Ingenieurbüro (Stendal). Heinemann Klemm Wackernagel (Magdeburg), Ingenieurbüro Sandmann (Burg) und Anja Oppor Freiraumplanung (Bömenzien).
Der Anspruch an eine nachhaltige Bauweise und ein schadstofffreies Raumklima zieht sich durch das gesamte Haus. Unter der Prämisse, Materialien mit einem geringen ökologischen Fußabdruck zu verwenden, die der künftigen Generation möglichst keine Entsorgungsprobleme aufbürden, ist zum Beispiel die Bodenplatte mit Glasschaumschotter gedämmt. Die Innenwände sind aus schwerem Kalksandstein, die Holzständer der Außenwände sind mit Strohhäcksel gedämmt, die Decke zum Dach mit Holzfaserplatten. Kalkputz und Kalkfarbe sowie Böden aus Industrieparkett, Linoleum und Ziegenhaarteppich ergänzen den Kanon. Die Gesamtbaukosten werden mit 3,2 Millionen Euro angegeben. (fm)
Fotos: Anne Schwalbe, Hallmann Architekten, Robert Böddeker
...wieso lösungsansätze, ist doch schon fertig?!
herr oder frau solong:
bevor wir hier weiter lösen wollen und sollen, ist der unterschied zwischen ironie und polemik bekannt?
ich weis jetzt gar nicht, wie man hier effektiv auf ihre these zum brandschutz eingehen soll?
ich wäre geneigt zu sagen: schlichtweg unsinn was sie da behaupten. die wege nach außen sind kurz, ein reetdach fakelt auch nicht wie ein prall gefüllter heliumballon in binnen von sekunden ab.
wollen sie jetzt lauter fakten dazu hören?
hier in den kommenarspalten?
ich hoffe nicht, dass sie ihr wissen und rückschlüsse aus solcherlei medienkanälen beziehen, das würde ich sehr bedauern. nehmen sie doch lieber mal kontakt zu denen auf, die es möglich gemacht haben ein solch ungewöhliches bauwerk zu errichten - trotz aller unkenrufe wie menschen wie ihnen? bedenkenträgern, neidern, die zum bauen mit trditionellen baustoffen und techniken nur mit ablehnung reagieren weil es ihnen offenkundig zu ungewöhlich ist, zu gefährlich, nicht nachhaltig (!?) genug... was hätten die ihnen wohl zu erzählen...?
ich muss euch was erzählen:
neulich bin ich hier im baunetz auf einen großartigen kommentar gestoßen, der in seiner allumfassenden blickweite und pointiertheit die sachlage klar erkannt hat - ich zitiere:
"dumm aber schlau."
...
...achja, ich wollte ja noch was zu solongs kommentar sagen:
sie haben natürlich recht:
...bevor die pippi langstrumpfscheune zum fledermaus- und rauchschwalbenhotel wird:
na klar, ein flachdach mit attika!
verklebte schweissbahnen auf einem geschalten ortbetondecke wäre deutlich besser gewesen. wände bei der gelegenheit gleich mit einschalen und mit stb ausgießen, wdvs an die fassade - fertig ist die laube!
so geht bauen heute...!
tss!
...dafür brauchts auch keinen "gestaltungswilligen" architekten mehr - hält ewig der bitumenkleister, sparst also an allen doppelt und dreifach geklebten ecken und gefalzten alublechattikakanten vierfach!
...wobei:
wenn man hier mal eicke-becker´reske designer rangelassen hätte:
architekturen, die man mit dem gartenschlauch abspritzen kann... natürlich dann auch für die sicherheit...
liebe grüße,
eure tiffy