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23.02.2022

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Mit perforiertem Laterit

Kéré Architecture bauen Goethe-Institut in Dakar


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In Dakar hat der Bau des neuen Goethe-Instituts nach einem Entwurf des Berliner Büro Kéré Architecture begonnen. Für den gemeinnützigen, überwiegend aus dem Bundeshaushalt finanzierten Verein entsteht in der Hauptstadt des westafrikanischen Senegals ein 1.800 Quadratmeter großer Neubau. Am gestrigen 22. Februar 2022 fand in einer feierlichen Zeremonie mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Grundsteinlegung statt.
 
Der zangenförmige Grundriss orientiert sich an den äußeren Begrenzungen des bisher unbebauten Grundstücks inmitten eines Wohngebiets. Organisch geformte einstöckige Bauten werden zu beiden Seiten den am Ende einer Straße gelegenen Eingang im Nordwesten flankieren. Sie rahmen zusammen mit dem in L-Form angelegten zweistöckigen Hauptgebäude einen zentralen, begrünten Innenhof. Alle Neubauten sollen Rücksicht auf den Baumbestand nehmen und besitzen dadurch leichte Irregularitäten. Außerdem sind die Räumlichkeiten so ausgerichtet, dass die Nachbarschaft durch künftige Veranstaltungen möglichst nicht tangiert wird.
 
Wie bei Goethe-Instituten üblich wird die spätere Nutzung des Baus von Ausstellungen über Konzerte bis zu informellen Zusammenkünften reichen. Für diese öffentlichen Aktivitäten sind ein Auditorium, eine Bibliothek und eine Cafeteria im Erdgeschoss vorgesehen. Die Sprachkurse als weitere zentrale Aufgabe des Instituts werden in Unterrichtsräumen im Obergeschoss abgehalten, wo außerdem die Verwaltungsbüros untergebracht werden. 
 
Das Architektenteam um Diébédo Francis Kéré ist bekannt für seine Low-Tech-Bauweisen, in denen passive Maßnahmen zur klimatischen Regulierung der Innenräume beitragen, wie zuletzt beim Campus am Turkana-See in Kenia oder dem geplanten Parlamentsgebäude für Benins Hauptstadt Porto-Novo. Auch das neue Goethe-Institut bedient sich traditioneller lokaler Bauweisen. Es werden Ziegel aus Laterit verwendet, ein im Senegal vorkommendes, durch intensive und lang anhaltende Verwitterung von Gestein entstehendes Material, das über schall- und wärmedämmende Eigenschaften verfügt. Die Perforierung der Ziegelwände gibt der Fassade zugleich eine abstrakte Musterung. Bei abendlicher Beleuchtung wird so außerdem der Innenhof erhellt.

Für die Erschließung der oberen Etage sowie der Dachterrasse sind zwei Wendeltreppen im Inneren vorgesehen. Die Dachkonstruktion wird auf einer vom Ziegelbau dezidiert abgehobenen Stahlkonstruktion ruhen und dort wie eine abstrahierte Baumkrone über den Gebäuden schweben. Die Eröffnung des Goethe-Instituts Dakar ist für 2023 geplant. (stu)


Kommentare

1

Anja Beecken | 23.02.2022 16:33 Uhr

Herzlichen Glückwunsch

Lieber Herr Ke´re´,
es sind die besonderen Momente, ich traf Sie vor einigen Jahren bei Presidente ZALA in Quagaduku, Burkina Faso, und freute mich, daß es diese wunderbaren Zufälle gibt.
Wenn man alte Dorf- oder sagt man Schlossstrukturen über Ihre Pläne legt, nehmen wir die, die man an der Grenze zu Ghana findet, dann muß man an den runden eingebauten Schrein auf dem Platz, auf einzelne Ziegelsteine die in den Fassaden herausgeschoben sind, oder an den großen inneren Platz, den es mancherorts gibt, denken. Alles das transportiern Sie nun in die Neuzeit, und es gefällt, auch denen, die Ihre alten Schätze in Burkina Faso nicht kennen, aber die Fremheit der Strukturen fühlen. ich feue mich, daß die alten Beispiele neuzeitlich übersetzt so gut ankommen.
Herzlichen Glückwunsch.

 
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Die geplante Eingangssituation zum neuen Goethe-Institut in Dakar von Kéré Architecture.

Die geplante Eingangssituation zum neuen Goethe-Institut in Dakar von Kéré Architecture.

Außenvisualisierung des derzeit im Bau befindlichen Instituts.

Außenvisualisierung des derzeit im Bau befindlichen Instituts.

Einer der künftigen Unterrichtsräume mit offener Ziegelstruktur.

Einer der künftigen Unterrichtsräume mit offener Ziegelstruktur.

Die perforierte Ziegelfassade soll bei Nacht leuchten.

Die perforierte Ziegelfassade soll bei Nacht leuchten.

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