Heimelige Frohalp
Genossenschaftliches Wohnen in Zürich von Zimmermann Sutter Architekten
Obwohl es sie seit knapp hundert Jahren gibt, zählt die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Heimelig zu den kleinen Genossenschaften Zürichs. Drei Anlagen mit insgesamt 115 Wohneinheiten besitzt die Genossenschaft, zwei davon in Wollishofen, einem Quartier am südwestlichen Stadtrand mit Blick über den Zürichsee.
Eine der beiden Wollishofer Liegenschaften wurde in den letzten Jahren komplett rückgebaut, um Platz für Ersatz zu schaffen. Frohalp nennt sich die Wohnanlage, die ursprünglich in den 1930er Jahren entstand. Seit 2024 zeigt sie sich in völlig neuem Licht. Zimmermann Sutter Architekten (Zürich) realisierten auf dem langgezogenen Areal vier Baukörper: drei große Häuser über eigenwilligen Grundrissen mit annähernd halbkreisförmigen Einschnitten sowie ein viertes, weitaus kleineres Haus an der nördlichen Spitze des Grundstücks.
Die ungewöhnliche Grundrissform der drei großen Bauten erklärt sich nicht zuletzt aus städtebaulichen Überlegungen. So zeigt sich die Anlage mit ihrer Ostseite entlang der Verenastrasse als hoch aufragend und geschlossen. Auf der zum Garten hin orientierten Westseite zeigt sie sich durch die großzügigen, halbkreisförmigen Einschnitte hingegen kleinteiliger. Über den Garten erfolgt auch die barrierefreie Erschließung. Farb- und Materialgestaltung entwickelten die Architekt*innen zusammen mit dem Atelier Kathrin Oechslin (Zürich).
Eine offene Passage in der Hauptachse jedes der drei Baukörper schafft eine einladende Verbindung zwischen Straßen- und Grünraum. Hier befinden sich die Hauseingänge sowie die in der Schweiz bis heute obligatorischen Waschküchen. Darüber hinaus sollen charmante, fest integrierte Rundbänke den nachbarschaftlichen Austausch fördern. Insbesondere die Lage der Waschküchen im Erdgeschoss und ihre großen, gekurvten Fensterfronten fallen hier positiv auf.
Erdsonden-Wärmepumpen und Photovoltaik auf den Dächern sorgen für Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit. In die Wohnungen wurden „Lowtech-Lüftungslösungen mit Einzelgeräten“ sowie aktive Überströmer ohne Einlagen verbaut, schreiben die Architekt*innen.
Für umgerechnet knapp 43 Millionen Euro entstanden 79 Wohneinheiten. Die oberirdische Geschossfläche beträgt 9.305 Quadratmeter. Weitere 3.645 unterirdische Quadratmeter umfassen auch eine Tiefgarage mit 48 Stellplätzen. (gh)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- Zimmermann Sutter Architekten
- Farb- und Materialgestaltung:
- Atelier Kathrin Oechslin
- Landschaftsarchitektur:
- freiraumarchitektur
- Bauherrschaft:
- Gemeinnützige Baugenossenschaft Heimelig
- Fläche:
- 12.950 m² Geschossfläche
- Baukosten:
- 43.000.000 € Gebäudekosten (BKP 1–9)
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