Alterswohnen mit Studi-WG
Loeliger Strub Architektur in Zürich
Im zentral gelegenen Zürcher Quartier Enge hat das ortsansässige Büro Loeliger Strub Architektur ein Wohnhaus mit 17 kompakten Wohnungen für Menschen ab 65 Jahren sowie mehreren Gemeinschaftsflächen errichtet. Das Haus Alterswohnen an der Waffenplatzstrasse entstand im Auftrag der Walder Stiftung und ersetzt das ehemalige Wohn- und Arbeitshaus des Stifterehepaars Walder.
Keine Frage. Der Neubau fällt auf zwischen den gründerzeitlichen Stadthäusern der Nachbarschaft. Mit roten Verschattungselementen, hellgraue Faserzementplatten und dunkelblauen Fensterrahmen prägen kräftige Farbkontraste die Fassade. Eine laternenartige Attika, ein straßenseitiger Erker sowie Fenster, die teils Gebäudeecken fassen, teils durchlaufende Bänder bilden, differenzieren die Ansichten weiter. Hinter der Hülle versteckt sich eine hybride Konstruktion mit massivem Erschließungskern aus Stahlbeton sowie Holz.
Auf fünf Geschossen kommen 1,5- bis 3,5-Zimmerwohnungen mit 34 bis 58 Quadratmetern Fläche unter. Ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss sowie ein ebenfalls gemeinschaftlich genutztes Dachgeschoss mit großer Küche, Dachterrasse sowie Waschräumen erweitern das Raumangebot für die Bewohner*innen. Für zusätzliche Nutzungsmischung über die Generationen hinweg sorgt eine 5,5-Zimmer große Wohngemeinschaft für Studierende im ersten Stock sowie zwei extern vermietete Gewerbeflächen im Erdgeschoss.
Straßenseitig entstanden gekammerte Grundrisse, deren Wohn- und Schlafräume durch breite Flügeltüren und über das Bad flexibel zusammenschaltbar sind: Denn sobald die Doppeltüren des Badezimmers geöffnet sind, verschwinden Dusche und Toilette dahinter und machen Platz für einen breiten Durchgang. Die kompakten Einbauküchen wurden in die großflächig verglasten Erker angeordnet, sodass das Kochen in die Straßenflucht und damit in die Nachbarschaft tritt.
Im hinteren Gebäudeteil prägen durchgehende Fensterbänder die Wohnungen. Auch hier sorgen geschickt gesetzte Durchgänge für Offenheit und die Möglichkeit, die Wohnung in einer Art Kreisbewegung zu durchlaufen. Kleine Balkone an den hinteren beiden Gebäudeecken erweitert den Wohnraum zum Hof. (sbm)
Fotos: Seraina Wirz
- Architektur:
- Loeliger Strub Architektur
- Mitarbeit:
- Yves Rechsteiner (Projektleitung), Yeshi Wang, Stefanie Peter, Lucien Villiger
- Bauherrschaft:
- Walder Stiftung
- Baumanagement:
- Gretener Bauplanung
- Holzbauplanung:
- Pirmin Jung Schweiz (Sursee)
- Fertigstellung:
- 2024
ich fände es besser wenn sie NOCH "später" veröffentlicht werden! wenn der rasen angesät, der baum etwas grösser, die bude möbliert, die räder rumstehen und die vorhänge aufgehängt sind....erst DANN sieht man ob es gut ist! es geht ja auch nicht ums "erster sein"....
Liegt das am Fokus auf Deutschland? Gibt es da eine gewichtung mit den anderen Deutschsprachigen Ländern? Ist nur ne Frage aus Interresse. Zum Thema: Ja das übliche von dem Büro. Durch den Klee loben würde ich es nicht - weil die Materialanschlüsse gewöhnungsbedürftig aber der Konstruktion und dem Geschmack geschuldet sind. Nicht ganz meins aber in der inneren Konsequenz gut durchgehalten. Diese Art von eigenständigkeit davon können sich Deutsche Bauherrenschaften und ihre Architekten mal was abschneiden. Aber in Deutschland ist der Druck leider zu klein für gestaltvolles Bauen versus Alle Normen so billig wi möglich durchdrücken.