Kunst zwischen Luxusresorts
Freiluftgalerie von Sordo Madaleno im mexikanischen Los Cabos
Die Südspitze der mexikanischen Halbinsel Baja California zeigt, wie sich globale Vorstellungen von Luxusurlaub und Resort-Architektur gewandelt haben. Was in den 1940er Jahren als exklusiver Rückzugsort für Hollywoodgrößen, Künstlerinnen und Abenteurer begann, ist heute eine durchinszenierte Ferienlandschaft entlang des Korridors von Los Cabos. Mit dieser Beschreibung haben wir im Mai die Ausgabe der BauNetz WOCHE#693 „Lust am Luxus“ eingeleitet.
Wer das aktuelle Projekt des Büros Sordo Madaleno Arquitectos (Mexiko-Stadt) und des daraus hervorgegangenen Immobilienentwicklers SOMA verstehen will, kann sich mit der Lektüre wunderbar in die Historie des Umfelds versetzen. Es handelt sich um die erste öffentlich zugängige Kunstgalerie in Los Cabos namens Arte Abierto. Trägerin ist die gleichnamige Organisation Arte Abierto, die 2019 gegründet wurde und in den Projekten von SOMA einem breiten Publikum zeitgenössische Kunst zugänglich machen möchte.
Die Freiluftgalerie ist Teil des Ánima Village, dessen Masterplan Sordo Madaleno Arquitectos ebenfalls entworfen haben. Als eine Art Open-Air-Shopping-Mall will Ánima Village Kommerz mit Natur, Gastronomie und Kunst verbinden und inmitten der abgeschotteten Resorts einen Ort bieten, an dem Menschen zusammen kommen können.
Wie bei vielen Bauten in Los Cabos sind Materialien und Außenanlagen regional geprägt. Naturstein und handgefertigte Ziegel, eingefärbter Beton, Holz und Terrakotta prägen das Bild. Dazwischen formen heimische Palmen, Kakteen und weitere, an die Trockenheit angepasste Pflanzen die Außenräume mit, sind also weit mehr als Dekoration.
Der Kunstraum abseits der Häuser und Gassen des Ánima Village macht sich die Topographie zu eigen. Er liegt vier Meter unterhalb des Geländeniveaus zwischen zwei aus dem Fels geschnittenen Wänden. Über eine Rampe und einen engen Durchgang gelangen die Besucher*innen in den 180 Quadratmeter großen, nach oben offenen Ausstellungsraum. So begleiten Sonnenlicht, Schatten und das Rauschen des Pazifik den Kunstgenuss.
15 Autominuten weiter nördlich liegt übrigens das ebenfalls von Sordo Madaleno geplante, ikonische Hotel Westin Regina, das 1994 eröffnete und dem Büro zu internationaler Bekanntheit verhalf. Inzwischen arbeitet das Büro in dritter Familiengeneration. Zu den jüngeren Projekten zählen ein Sammlungszentrum für das Ungarische Naturkundemuseum in Debrezin und die Fußballakademie im mexikanischen Guadalajara. (fm)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Sordo Madaleno Arquitectos
- Entwurf:
- Javier Sordo Madaleno Bringas, Javier Sordo Madaleno de Haro, Fernando Sordo Madaleno de Haro Architekturleitung: Luis Hernández, Boris Peña · Städtebauleitung: Jorge Gerini
- Entwurfsteam:
- Flores, Javier Paez, José Mendoza, Karla Flores, Marco Calles, Samuel Torres, Ricardo Pérez, Shakti Velio, Thelma Ruelas
- Städtebauteam:
- Anabel Chávez, Jessica Navarrete, Brian Luna, Ilse López, Luis Ortiz, Paloma Fernández
- Landschaftsarchitektur:
- PAAR
- Entwicklung und Projektmanagement:
- SOMA




