Sammlungszentrum für Ungarisches Naturkundemuseum
Neubaupläne in Debrecen
Das Ungarische Naturkundemuseum wird von Budapest in das rund 200 Kilometer östlich gelegene Debrecen ziehen. Dass der Entwurf für den Neubau von Bjarke Ingels Group (Kopenhagen) und Vikár és Lukács Építészstúdió (Budapest) kommt, meldeten wir vor knapp einem Jahr. Nun steht auch fest, wer das neue zugehörige Sammlungszentrum plant. Das mexikanische Büro Sordo Madaleno hatte sich gemeinsam mit építész stúdió (Budapest) und Buro Happold in einem internationalen Wettbewerb gegen zwölf weitere Bewerber durchgesetzt.
Das Sammlungszentrum wird im Wissenschaftspark der Universität Debrecen, rund vier Kilometer vom Neubau des Naturkundemuseums entstehen. Es ist als Wissenschafts- und als Erlebniszentrum konzipiert. Über elf Millionen Objekte, die vor allem für die Bio- und Geodiversität des Karpatenbeckens stehen, sollen darin fachgerecht aufbewahrt und erforscht werden können. Zum Raumprogramm auf insgesamt 43.000 Quadratmetern gehören 28.000 Quadratmeter Lagerfläche, 6.000 Quadratmeter Restaurierungswerkstätten und ein Atrium mit angrenzenden Hörsälen für Veranstaltungen und Ausstellungen.
Für die Herleitung seines Entwurfs zieht das Planungsteam handwerkliche Traditionen und Materialgeschichte der Region heran. Der Bau sei von der Zweckmäßigkeit traditioneller ungarischer Tongefäße inspiriert, die seit jeher zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet werden, heißt es in der Erklärung. So soll das 141 Meter lange und 83 Meter breite, dreigeschossige Gebäude in der flachen Landschaft vor allem Schutz symbolisieren. Das Material der geschichteten Ziegelfassade soll aus verschiedenen Regionen des Landes kommen, ihre unterschiedlichen Farben die Fachgebiete des Sammlungszentrums markieren: Geologie, Fossilien, Tierwelt, menschliche Aktivitäten und Ökologie.
Das Ungarische Naturkundemuseum (HMNH) hat seit 200 Jahren seinen Sitz in Budapest. Die Entscheidung, die Institution von Budapest nach Debrecen zu verlegen, traf die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán bereits 2020. Die Planung reiht sich ein in weitere kulturelle Großprojekte wie das Ethnographische Musem oder das Haus der Musik, die in den vergangenen Jahren in Budapest entstanden sind. (fm)