Freiräume in Berlin und Brandenburg
Erstmals Landschaftsarchitektur-Preis vergeben
Es sei höchste Zeit, dass nachhaltig gestaltete Landschaftsräume in der Region Berlin-Brandenburg, die auf Klimawandel und neue Anforderungen an Bildung und Gemeinschaft reagieren, „eine eigene Bühne bekommen“, hieß es anlässlich der Auslobung des ersten Berlin-Brandenburgischen Landschaftsarchitektur-Preises. Nun stehen die Gewinner fest. Am vergangenen Donnerstag wurden neun Beiträge ausgezeichnet.
Der Hauptpreis ging an ein Projekt, das bereits mehrfach ausgezeichnet wurde: das Stiftungsensemble Spore & Publix in Berlin-Neukölln. Während jedoch BDA Preis Berlin, polis Award oder der Architekturpreis Nike die Architektur im Blick hatten, wurde nun erstmals und ausschließlich die Freiraumplanung von POLA Landschaftsarchitekten (Berlin) gewürdigt. Die Jury überzeugte das „Zusammenspiel unterschiedlichster Freiräume auf vergleichsweise kleiner Fläche“.
Den Publikumspreis erhielten studio polymorph Landschaftsarchitekten (Berlin) für die Freianlagen des Campus Rütli CR². Neben Haupt- und Publikumspreis wurden Auszeichnungen in sieben Kategorien vergeben.
Gesucht waren Projekte, die einen Beitrag zu Lebensqualität, Klimaanpassung und gesellschaftlichem Zusammenhalt in der Region leisten. Berücksichtigt wurden Arbeiten, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 1. Februar 2026 fertiggestellt wurden. Forschungs- und Konzeptarbeiten mussten innerhalb dieses Zeitraums planerisch abgeschlossen sein. Insgesamt wurden 65 Projekte eingereicht, von denen die Jury unter Vorsitz von Landschaftsarchitektin Cordula Loidl-Reisch 21 nominierte. Alle Auszeichnungen im Überblick:
- Hauptpreis: Stiftungsensemble Spore & Publix an der Hermannstraße in Berlin-Neukölln, POLA Landschaftsarchitekten (Berlin)
- Publikumspreis: Freianlagen des Campus Rütli CR², studio polymorph Landschaftsarchitekten (Berlin)
- Kategorie „Gemeinsam statt einsam“: Urbaner Waldgarten Britz, Berlin, WYLD Landschaftsarchitekten (Berlin)
- Kategorie „Kollaborationen“: Skaterplatz Vetschau, Mensch und Natur, Karin Stottmeister (Brand-Erbisdorf)/ Spreeakademie gGmbH (Vetschau)
- Kategorie „Neue Ästhetik“: Freie Waldorfschule Prenzlauer Berg in Berlin, GM013 Landschaftsarchitektur (Berlin)
- Kategorie „Nachhaltigkeit“: Einsteinpark in Berlin, Schönherr Landschaftsarchitekten (Berlin)
- Kategorie „Rückgrat“: Jüdischer Garten in den Gärten der Welt in Berlin, ARGE Manfred Pernice/ Wilfried Kuehn/ atelier le balto (Berlin), eingereicht von der Grün Berlin GmbH
- Kategorie „Technisch versiert“: Dachpark AERA Bürogebäude, Berlin, capattistaubach urbane landschaften (Berlin)
- Kategorie „Kiez und Provinz“: Bürgergarten Angermünde, planung.freiraum, Barbara Willecke (Berlin)
Der Landesverband Berlin-Brandenburg des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt*innen (bdla) hatte den Berlin-Brandenburgischen Landschaftsarchitektur-Preis 2026 zum ersten Mal ausgelobt. Die Schirmherrschaft übernahmen Julia Paaß vom Netzwerk Zukunftsorte und Achim Wollschläger von der Bundesstiftung Bauakademie. Künftig soll der Preis alle vier Jahre vergeben werden. (dsm)
Die ausgezeichneten und nominierten Projekte sind noch bis Samstag, 5. September im feldfünf im Metropolenhaus in Berlin-Kreuzberg zu sehen. Die Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm begleitet.