Praemium Imperiale 2026
Daniel Libeskind ausgezeichnet
Daniel Libeskind erhält den Praemium Imperiale 2026 in der Kategorie Architektur. Das gab die Japan Art Association heute Mittag bekannt. Libeskind, der im Mai seinen 80. Geburtstag feierte, mache mit seinen Entwürfen Geschichts- und Gefühlswelten greifbar. Die von ihm gestalteten Räume scheinen regelrecht von Brüchen, Verlust und Überleben zu erzählen, heißt es in der Begründung der Jury. Klaus-Dieter Lehmann, ehemaliger Präsident des Goethe-Instituts und ein Berater des Preises, betont in der Pressemitteilung außerdem, dass die Kunstfreiheit durch staatliche Einflussnahme, Zensurvorschriften und gesellschaftliche Polarisierung zunehmend gefährdet sei, obwohl sie ein wichtiges Fundament einer demokratischen Gesellschaft bildet.
1946 in Polen geboren, wuchs Libeskind in den USA auf. Zunächst studierte er Musik und war als professioneller Akkordeonist tätig. Später studierte er Architektur. 1989 gründete er in Berlin sein Büro Studio Libeskind, nachdem er den Wettbewerb für das Jüdische Museum gewonnen hatte, was ihn auf die internationale Architekturbühne katapultierte. Nach dem Gewinn des Wettbewerbs für den städtebaulichen Masterplan zum Wiederaufbau von Ground Zero verlegte das Studio seinen Sitz 2003 nach New York.
Mit seiner Frau und Geschäftspartnerin Nina Libeskind führt er heute Bürostandorte in Berlin und New York. Seither wurden Projekte auf der ganzen Welt realisiert: etwa das Contemporary Jewish Museum in San Francisco, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, eine Erweiterung des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück, aber auch ein Hochhaus in São Paulo oder ein Kongresszentrum in Mons.
Der Praemium Imperiale wurde 1987 zu Ehren des verstorbenen Prinzen Takamatsu ins Leben gerufen und wird seit 1989 in verschiedenen Kategorien vergeben. Er ehrt Lebenswerk, außergewöhnliches Talent, künstlerische Kraft und internationale Bedeutung. In den weiteren Kategorien gehen die Preise in diesem Jahr an Jenny Holzer (Malerei), Andy Goldsworthy (Skulptur), Herbert Blomstedt (Musik) und Cate Blanchett (Theater/Film). Den Nachwuchspreis Grant for Young Artists, der 1997 eingeführt wurde, erhält die französische Initiative La Source Garouste.
Pro Kategorie ist der Preis mit rund 80.500 Euro (15 Millionen Yen) dotiert, was fast an das Preisgeld des Pritzker-Preises heranreicht. Bei der Auswahl der Preisträger*innen stützt sich die Japan Art Association auf sechs Nominierungskomitees aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA. Zu den Berater*innen gehört neben Lehmann unter anderem auch Hillary Clinton. Die beiden Ehrenberater sind David Rockefeller Jr. und François Pinault. Im Oktober findet die feierliche Verleihung in Tokio durch das japanische Kaiserhaus statt. (gk)









