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10.09.2015

Keine Angst vor leeren Räumen

Praemium Imperiale für Dominique Perrault


In Japan wurde gerade mit einer großen Ausstellung der über 150-jährigen deutsch-japanischen Freundschaft gedacht – Grund genug für die Japan Art Association, die Laureaten ihres Praemium Imperiale 2015 heute vormittag wieder in Berlin zu verkünden. Geehrt werden mit dem Maler Tadanori Yokoo und der Pianistin Mitsuko Uchida auch zwei Japaner – oft war das auslobende Land leer ausgegangen. Des Weiteren erhalten die französische Tänzerin Sylvie Guillem und der deutsche Bildhauer Wolfgang Laib den Preis. Der Nachwuchspreis, der direkt überreicht wurde, geht an die Yangon Film School.

In der Architektur wird in diesem Jahr Dominique Perrault geehrt. Einfallsreich gelinge es diesem, seine Bauten „sowohl als Landschaft als auch als Skulpturen wahrnehmen zu lassen.“ Darin manifestiere sich seine Philosophie, dass Architektur „stets mit ihrer Umgebung harmonieren sollte, sei es im urbanen Raum oder in der Natur.“ Als Architekt müsse man dabei immer an die Stadtplanung denken, an die Stadt als Ganzes.

Dass Perrault den als „Nobelpreis der Künste“ bezeichneten Praemium Imperiale erhält, ist insofern passend, als dass er ursprünglich Maler werden wollte und erst spät zur Architektur fand. Die Malerei habe ihn den angstfreien Umgang mit leeren Flächen gelehrt, so Perrault: „In Städten wird Leere mitunter als positiv empfunden, manchmal wirkt sie aber beunruhigend. Meine Aufgabe ist es, diesen leeren Räumen Qualität und Charakter zu verleihen.“

Nach Jean Nouvel, der den Preis 2002 bekam, ist Dominique Perrault erst der zweite französische Laureat. Er reiht sich damit ein in einen illustren Kreis, zu dem neben Steven Holl (2014) unter anderem auch Frei Otto (2006), David Chipperfield (2013), Zaha Hadid (2009), Norman Foster (2002) oder Rem Koolhaas (2003) gehören. Kaum ein bekannter Name fehlt auf der langen Liste seit der ersten Verleihung in der Sparte Architektur 1989.

Der Premium Imperiale wird am 21. Oktober 2015 in Tokio vergeben. Er ist aktuell jeweils mit umgerechnet 112.500 Euro (15 Millionen Yen) dotiert. (sb)


Zum Thema:

www.praemiumimperiale.org


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Dominique Perrault in der Bibliothèque nationale de France in Paris, 2015

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Velodrom in Berlin, 1997

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Grand Théâtre d'Albi, 2014

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Bibliothèque nationale de France in Paris, 1995

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