Neuer Hochpunkt für die Europacity
Bürohaus in Berlin von Kleihues + Kleihues
Das Bürogebäude Upbeat ist fertig. Damit hat die Europacity, das neue Stadtviertel nördlich des Berliner Hauptbahnhofs, ihre Nordspitze erreicht. Zwischen den Infrastrukturschneisen der großen Bahntrassen, die hier ein Dreieck bilden, und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ragt das 82 Meter hohe Hochhaus steil auf. Der Entwurf stammt von Kleihues + Kleihues (Berlin), die 2018 einen zweistufigen Wettbewerb des Investors CA Immo gewonnen hatten.
Der Entwurf gliedert die 50.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in drei Abschnitte, die nach Norden hin von fünf auf elf und schließlich auf 19 Geschosse ansteigen. Die weich geschwungene Fassade misst auf den Längsseiten stolze 120 Meter. Das Upbeat formuliert damit auch eine städtebauliche Antwort auf die Hochhäuser wie den Tour Total von Barkow Leibinger, der am Hauptbahnhof das andere Ende – oder den Anfang? – der Europacity markiert.
Wie oft bei Kleihues + Kleihues ist die Einteilung in Sockel, Mittelteil und Abschluss gut zu erkennen. Das Fassadenraster wird durch eine Struktur aus kannelierten und eloxierten Aluminiumlisenen hervorgehoben. Wie ein Netz liegen sie über dem ganzen Gebäude. Laut Pressetext entsteht ein „wohlproportioniertes und vor allem hierachieloses Gebäudeensemble“.
Alle Büroetagen haben eine Höhe von 3,80 Meter. Bodentiefe Fenster lassen Licht in die Tiefe des Gebäudes, zwei Erschließungskerne ermöglichen eine flexible Einteilung. Nutzerin des Gebäudes ist die Deutsche Kreditbank DKB, die hier ihre Zentrale mit rund 2.600 Mitarbeitenden einrichtet. Im Haus hat die DKB Stiftung zudem eine Kulturwerkstatt eingerichtet, die als „Ort für Kunst, Begegnung und Zukunftsfragen„ laut Presserklärung mit einem „kostenfreien Angebot“ den „wachsenden Stadtteil kulturell beleben“ soll.
Zurückspringende Erdgeschosszonen schaffen unterschiedliche Freiräume und Vorplätze rund um das Haus. Zur viel befahrenen Heidestraße liegt der Haupteingang. Zur „Gartenseite“, also zur Bahntrasse hin, die Vorfahrt. Die rund 800 Quadratmeter große und 5,80 Meter hohe Lobby streckt sich durch das gesamte Gebäude und ist zu beiden Seiten gleichermaßen einladend verglast.
Denn gleich nebenan ist der S-Bahnhof Perleberger Brücke geplant, der diesen nördlichen Teil der Europacity an den Schienenverkehr anbinden soll. Aktuell ist jedoch unklar, ob der Bahnhof überhaupt gebaut wird. Die neue Linie S15 ist im Sommer ohne Halt in der Europacity in Betrieb gegangen. (fh)
- Architektur:
- Kleihues + Kleihues
- Bauherrin:
- CA Immo Deutschland GmbH
- Nutzerin:
- Deutsche Kreditbank AG
- Fläche:
- 50.454 m² BGF
Mit der Entstehungs- und Planungsgeschichte des neuen Stadtteils beschäftigte sich die BAUNETZWOCHE#690 „Learning from Europacity“