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30.09.2022

Aufregung um den Berliner Molkenmarkt

Bündnis fordert klare Entscheidung


Am Molkenmarkt kehrt erst einmal keine Ruhe ein. Nachdem die beiden Siegerentwürfe von OS arkitekter (Kopenhagen) und cka czyborra klingbeil (Berlin) sowie von Bernd Albers Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten (beide Berlin) im Dezember 2021 ausgewählt und im anschließenden Werkstattverfahren weiterbearbeitet wurden, sorgte der ergebnislose Abschluss des Verfahrens am 13. September 2022 für viel Aufruhr. Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt hatte hierbei verkündet, dass eine Entscheidung nie vorgesehen gewesen sei.

Über dem prominent gelegenen Gebiet rund um den Molkenmarkt ziehen sich die Wolken weiter zu. Viele kritische Stimmen haben sich infolge der Geschehnisse in den letzten Tagen bereits zu Wort gemeldet. Zusätzlich erregte die Gemüter, dass eine neu gegründete Stiftung in Erscheinung trat. Die Stiftung Mitte Berlin kündigte an, sich für eine historische Rekonstruktion des Molkenmarkts einzusetzen.

Nun hat sich ein Bündnis geformt, das mit einem klaren Appell an die Öffentlichkeit tritt: In ihrem auf der Webseite Berlin-Plattform veröffentlichten Schreiben fordert das Bündnis „ein soziales und ökologisches Modellquartier am Molkenmarkt und ein klares Siegerteam aus dem Werkstattverfahren.“

Die Unterzeichner*innen – darunter zahlreiche Architekt*innen und Städteplaner*innen, aber auch Historiker*innen,  Journlist*innen und Politiker*innen – sehen die Entwicklung am Molkenmarkt-Quartier, für das in dem Partizipationsverfahren Leitlinien für bezahlbare Wohnungen und kostengünstige Kulturräume entwickelt wurden, als „eine große Chance für Berlin“. Das Wettbewerbs- und Werkstattverfahren habe außerdem gezeigt, dass diese Leitlinien auch umsetzbar seien, heißt es in dem Schreiben.

Das Bündnis kritisiert die „willkürliche Beendigung des Verfahrens, die die hohen ideellen wie ökonomischen Investitionen aller an den Verfahren teilnehmenden Architekt*innen und insbesondere der Gewinner des Wettbewerbs missachtet.“ Das Verfahren müsse, heißt es weiter, wie in der Auslobung vorgesehen mit der Auswahl eines Entwurfs für die Weiterarbeit abgeschlossen, das weitere Vorgehen transparent gestaltet und die Einhaltung der Leitlinien gesichert werden.

Zu den Initiator*innen der Berlin-Plattform, auf der die Forderung gestern veröffentlicht wurde, gehören Autor Matthias Grünzig, Architektin Theresa Keilhacker, Redakteur der ARCH+ Anh-Linh Ngo, Professor für Architekturtheorie und Architekt Philipp Oswalt sowie Architekt und Stadtplaner Matthias Sauerbruch. Im Juni dieses Jahres ging die Webseite online. Erklärtes Ziel der Plattform soll „die Förderung von sozialen, ökologischen und partizipativen Ansätzen in der Berliner Stadtentwicklung“ sein. Hierfür wolle man Informationen zu aktuellen Stadtentwicklungsprojekten, Veranstaltungen, Diskussionen und Workshops bereitstellen ebenso wie Angebote zu Stadtführungen oder Videos veröffentlichen. Neben den Debatten um den Molkenmarkt geht es unter anderem um Themen wie den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ oder die Konflikte zwischen der Stiftung Humboldtforum und dem Förderverein Berliner Schloss. (dsm)



Zum Thema:

Petra Kahlfeldt stellt sich am 11. Oktober 2022 im DAZ der Öffentlichkeit und lädt zur Diskussion ein.


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Freifläche Molkenmarkt in Berlin-Mitte: seit 2019 untersuchen Archäolog*innen die baulichen Überreste der Stadtgründung Berlin-Cöllns aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

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