Fünfzig Nuancen Grau
Bankzentrale im Tessin von celoria Architects
Wer sich dem Luganersee von Norden mit dem Auto nähert, passiert oberhalb von Lugano die 2.000 Einwohner*innen zählende Gemeinde Savosa. Mit ihren steilen Serpentinen und pompösen Villen gleicht sie einem Tessiner Hollywood Hill. An der Via S. Gottardo in Richtung See stellten celoria Architects aus dem Nachbarort Balerna kürzlich ein Bankgebäude fertig.
Den Auftrag erhielt das Büro von der Bankengruppe Raiffeisen Schweiz, die auch das Grundstück im Zentrum der Gemeinde bereitstellte. Die Stadtverwaltung hatte für das Projekt einen gesellschaftlichen Mehrwert in Form eines öffentlichen Erdgeschosses und einer verbesserten Durchwegung gefordert. Darüber hinaus sollte die Tiefgarage für das ganze Viertel nutzbar sein.
Für den sechsgeschossigen Neubau musste eine Tankstelle weichen. Dieser nutzt nun mit rund 6.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche fast das gesamte Grundstück auf quadratischem Grundriss aus. Nach oben verjüngt sich die Grundfläche, wodurch im Zusammenspiel mit den auskragenden Geschossplatten ein geneigter Winkel der vier gleichförmigen Fassaden entsteht. Sowohl der Skelettbau als auch der Erschließungskern entstand aus Stahlbeton mit Recyclinganteilen. Betongrauer Sonnenschutz steht symbolisch für die auch innen zurückhaltende Farbgebung.
Während in den flexibel einteilbaren Obergeschossen Büro- und Besprechungsräume unterkommen, bietet das Erdgeschoss eine großzügige Lounge und einen Veranstaltungsraum – die geforderten öffentlichen Funktionen. Südwestlich des Grundstücks soll die neu gestaltete Via Val Gersa die Anbindung nach Lugano verbessern. Oder mit den Worten der Architekt*innen: „Das Gebäude steht auf einer städtischen Plattform, die in Zukunft erweitert wird, um den neuen Stadtplatz aufzunehmen.“ (tg)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- celoria Architects
- Bauherrschaft:
- Raiffeisen Bank Colline del Ceresio
- Fläche:
- 6.000 m² Bruttogrundfläche





