Von Großstrukturen und Bausystemen
Campus Masters März/April entschieden
Ob Reaktivierung von Großstrukturen oder modulare Erweiterung: Die ausgezeichneten Arbeiten der Campus Masters im März/April 2026 zeigen vielfältige Werkzeuge für die Zunkunft von Gebäuden. So unterschiedlich die Typologien und Maßstäbe der Projekte sind, eines haben die Transformationskonzepte gemeinsam: Sie folgen jeweils einer konstruktiven Logik – Tragraster, Transportmaße und Rückbaubarkeit werden zu entscheidenden Faktoren.
Den Jurypreis vergaben diesmal Gesche Bengtsson, Elena Masla und Zora Syren von etal. aus München. Er geht an Jolan Attia Cantzen (Universität der Künste Berlin) für die Masterarbeit Megastruktur Nixdorf Fabrik. Mögliche Umnutzungen wie Wohn-, Kultur- oder Arbeitsräume werden prototypisch aus dem konstruktiven System des Bestands entwickelt und koexistieren in den Weiten der Großstruktur. Die Jury lobt die Ausarbeitung der vier Prototypen unter Einbeziehung des jeweiligen Kontexts. So werde ein Ausblick für mögliche Transformationen vergleichbarer Strukturen gegeben, die aktuell vielerorts vom Abriss bedroht sind.
Anna Kovandzic und Conrad Merkel (Berliner Hochschule für Technik) erhielten mit ihrem Projekt Aufgeplattet* den 1. Platz im Online-Voting. Als Beitrag für bezahlbaren Wohnraum in der immer teurer werdenden Hauptstadt planten sie eine Aufstockung des Plattenbautyps WBS70 und arbeiteten diese exemplarisch auf zwei Ost-Berliner Grundstücken aus.
Den 2. Platz im Online-Voting belegten Sarah Acker und Daniel Hirschel (Fachhochschule Potsdam) mit ihrer Bachelorarbeit WHAT IF +++. In dem abrissbedrohten Mathematikgebäude der Technischen Universität Berlin untersuchten sie Wohn- und Gemeinschaftsformen. Für die Transformation der benachbarten Architekturbibliothek analysierten sie, wie ein Turmbau den Stadtraum verändern würde.
Die Arbeit Design for Disassembly von Florian Oberascher und Heidi Mai Eder (Technische Universität München) erhielt den 3. Platz. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit widmeten sie sich der Entwicklung eines Konstruktionssystems aus Stahl und Lehm, das sortenrein demontiert und wiederverwendet werden kann. Der temporäre Bau erweitert eine Münchener Schule, nimmt eine Sporthalle und sechs Klassenzimmer auf.
Alle Preisträger*innen dieser Wettbewerbsrunde erhalten Publikationen aus den Verlagen Birkhäuser und JOVIS. Sie haben sich für die Teilnahme an der Jahreswertung qualifiziert. Aktuelle Informationen zum Wettbewerb und weitere Termine gibt es auf der BauNetz CAMPUS Website und auf Instagram.
Campus Masters wird unterstützt von GIRA.