Spielräume
Ausstellung in Hamburg
Bauten für junge Menschen, wie etwa Jugendzentren, Hochschulgebäude oder Sporteinrichtungen, konzipieren Architekt*innen heute zunehmend als soziale Plattformen. Starre Raumprogramme treten in den Hintergrund. Stattdessen entstehen Strukturen, die Spielräume bieten: flexible Grundrisse, gemeinschaftliche Zonen und fließende Übergänge zwischen Lernen, Freizeit und Austausch. Am Donnerstag, 5. März, eröffnet im Hamburger auau - Raum für Architektur die Gruppenausstellung „Spielraum“, die derartige Projekte präsentiert.
Wie unterschiedlich sich dieser Ansatz umsetzen lässt, beweisen die internationalen Beispiele in der Ausstellung. In London realisierte RCKa ein Jugendzentrum, dessen Atrium intime Begegnungsorte schafft, die keine festen Nutzungen vorschreiben. Das Universitätsgebäude von Studio Muoto bei Paris funktioniert wie ein urbanes Regal: Cafeteria, Lernbereiche und ein Dachsportplatz liegen übereinander und schaffen ein vielschichtiges Gefüge. In Kapstadt entstand in einem partizipativen Prozess das Gemeinschaftszentrum von Urban–Think Tank. Eine multifunktionale Halle bildet das Herz des Gebäudes, ergänzt durch einen Dachgarten, der von der Nachbarschaft betrieben wird.
Neben weiteren Projekten sind auch ein Sportkomplex von NP2F in Bordeaux sowie ein Quartiersumbau von AgwA in Brüssel zu sehen. Kurzvorträge von Yves Moreau (Studio Muoto, Paris), Dieter Kleiner (RCKa, London), Künstler Jeffrey James aus Berlin und Johanna Flora Baum (Urbaneo, Hamburg) geben Einblick in ihre Projekte. Dabei gehen sie der Frage nach, „wie Städte gestaltet sein müssen, damit junge Menschen als aktiver Teil urbaner Kultur sichtbar werden“. Die Schau dient als Auftakt für das Jahresprogramm unter dem Titel „Mensch“.
Eröffnung: Donnerstag, 5. März 2026, 19 Uhr
Ausstellung: Freitag, 6. März, bis Donnerstag, 2. April 2026
Ort: auau - Raum für Architektur, Brunnenstraße 2, 22767 Hamburg
Text: Ella Einicke