05.06.2019

Im Designhimmel

Lilli Hollein über die Höhlen ihrer Kindheit

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Lilli Hollein, Foto: Katharina Gossow

Am Bauhausjubiläum kommt niemand vorbei. Auch nicht die österreichische Kuratorin, Kulturmanagerin und Designexpertin Lilli Hollein, die seit 2013 die Vienna Design Week als Festival-Direktorin verantwortet.

Frau Hollein, können Sie sich noch erinnern, wie Sie zum ersten Mal mit dem Bauhaus in Berührung gekommen sind?

Im wahrsten Sinne des Wortes in Berührung bin ich mit allen Sinnen schon sehr früh mit den Wassily Stühlen von Marcel Breuer gekommen. Von denen standen damals zwei in der elterlichen Wohnung, und meine Mutter hat meinem Bruder und mir damit immer wieder tolle Höhlen gebaut. Als Kind weiß man aus irgendeinem Grund viel genauer, wie Gegenstände riechen, schmecken und sich anfühlen, insofern sind mir diese Möbel sehr nahe. Aber László Moholy-Nagys Werk hat mich auch schon früh begeistert. Die umfassende Bibliothek unserer Eltern hat mir das Bauhaus und die Namen drumherum ab dem Zeitpunkt, ab dem ich lesen konnte vermittelt, und ein paar Jahre später schlägt man die Bücher dann auch mal auf.

Wo ist Bauhaus für Sie heute?

Im Designhimmel.

Gropius, Meyer oder Mies?

Mies!

Die Fragen stellte Friederike Meyer.



Zum Thema:

Die Vienna Design Week ist Österreichs größtes kuratiertes Designfestival. In diesem Jahr findet sie vom 27. September bis 6. Oktober statt.


www.viennadesignweek.at




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