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09.01.2026

Vitrine für Ingenieurtechnik

Campuserweiterung in Enschede von Civic Architects und VDNDP


Vor gut zwei Jahren stellte das Team von Civic Architects (Amsterdam) und VDNDP (Enschede) den Umbau eines Fakultätsgebäudes der Universität Twente fertig. Nun folgte die Erweiterung eines weiteren wichtigen Baus der Universität, und zwar der 1960 fertiggestellten Fakultät für Ingenieurstechnik – auch Horst genannt. Die niederländischen Architekt*innen ergänzten die Anlage um Laborräume und Metallwerkstätten.

Der sogenannte Horstkomplex ist der östlichste Bau am Campus der Universität, an der rund 12.000 Studierende aus der gleichnamigen Region Twente immatrikuliert sind. Der 1960 für die Fakultät der Ingenieurstechnik errichtete Bestandskomplex stammt aus der Feder von Dick van Mourik. Es handelt sich um ein modernistisches Ensemble, bestehend aus einem flachen Carré, einem zentralen Turm und mehreren funktionalen Satellitenbauten.

Civic und VDNDP konzipierten die Erweiterung des Horstkomplexes als zusätzlichen Satellitenbau, den sie im Norden an das Carré anschlossen. Mit einer ambitionierten Bruttogrundfläche von rund 4.700 Quadratmetern fällt das CUBE getaufte Haus etwas größer als seine Pendants aus, weshalb man den Baukörper um 1,40 Meter in das Erdreich absenkte. Ein schöner Nebeneffekt: So können Studierende schon von außen bequem Einblicke in die Werkstätten gewinnen. Letztlich soll die Erweiterung der Fakultät nämlich auch zu mehr Präsenz verhelfen und mit einsehbaren Ausstellungsflächen zur „Vitrine für Ingenieurstechnik“ werden.

In der äußeren Erscheinung knüpft CUBE laut Architekt*innen an die funktionale und gleichförmige Sprache des Bestands an. Das bedeutet: kantige Kubatur, stringentes Fassadenraster, hoher Glasanteil. Auf der Ostseite sorgen drei aufragende Versorgungsschächte für Bewegung im Baukörper, der mittlere nimmt das zentrale Treppenhaus auf. Der verstärkte Einsatz von Holz fällt hier besonders ins Auge. Die Schächte bestehen aus massivem Brettsperrholz, daneben große Teile der Konstruktion aus Lärchenholzrahmen.

Innen stapelte man die Funktionen über vier Geschosse. Die offene Metallwerkstatt im Souterrain nimmt die doppelte Geschosshöhe in Anspruch und beherbergt neben diversen Maschinen auch Bereiche für Modellbau und Montage. Ein Atrium verbindet die oberen Etagen, in denen sich kleinteilige Labors, Büros und Messräume befinden. Unverkennbar bestimmt hier ein blaues Stahlfachwerk den Raum und hält ihn zusammen mit den orangen Führungsschienen stützenfrei. Die Gestaltung der Innenräume verantworteten Studio Groen+Schild aus Deventer. (tg)

Fotos: Stijn Bollaert


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