Nachgebessert
Mehr Chancen für junge und kleine Büros beim Berliner Schloss-Wettbewerb?
Da wurde wohl nochmal „nachgebessert“: Anlässlich des am 17. Dezember 2007 startenden Bewerberverfahrens, das dem Realisierungswettbewerb zum „Humboldt-Forum“ in Berlin (siehe BauNetz-Meldung vom 27. November 2007) vorgeschaltet ist, weist die Bundesarchitektenkammer darauf hin, dass das Verfahren nun auch „für kleine und junge Architekturbüros geöffnet“ worden sei. Die Kammer heftet sich das als Erfolg ihrer Verhandlungen mit dem auslobenden Bundesbauministerium auf ihre Fahnen.
Doch was ist wirklich erreicht worden? Büros, die an dem Verfahren teilnehmen wollen, müssen jetzt folgende Kriterien erfüllen:
Ansonsten bleibt es bei den Regeln für den Wettbewerb, also insbesondere bei der Verpflichtung zur Rekonstruktion der barocken Fassaden. Hier hatten Äußerungen aus dem Bauministerium in der Vergangenheit Hoffnungen geweckt, dass auch eine moderne Interpretation in dem Wettbewerb eine Chance hätte.
Aus den Teilnehmern des Bewerberverfahrens werden 30 Büros zur Weiterbearbeitung aufgefordert werden.
Doch was ist wirklich erreicht worden? Büros, die an dem Verfahren teilnehmen wollen, müssen jetzt folgende Kriterien erfüllen:
- Das Büro muss in der Vergangenheit mindestens ein Projekt mit einer Bausumme von 5 Millionen Euro und vergleichbarer Komplexität bearbeitet haben. Sofern dieses Projekt nicht realisiert wurde, muss es wenigstens einen Preis, Ankauf oder lobende Erwähnung in einem Wettbewerb bekommen haben.
- Das Büro muss mindestens vier Mitarbeiter (einschließlich Inhaber) haben oder einen Umsatz von jährlich 300.000 Euro in den letzten drei Jahren erzielt haben. Hier war zuvor von fünf festangestellten Mitarbeitern und einem Umsatz von 500.000 Euro die Rede, wie die „Berliner Zeitung“ erfahren haben will.
Ansonsten bleibt es bei den Regeln für den Wettbewerb, also insbesondere bei der Verpflichtung zur Rekonstruktion der barocken Fassaden. Hier hatten Äußerungen aus dem Bauministerium in der Vergangenheit Hoffnungen geweckt, dass auch eine moderne Interpretation in dem Wettbewerb eine Chance hätte.
Aus den Teilnehmern des Bewerberverfahrens werden 30 Büros zur Weiterbearbeitung aufgefordert werden.
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"Architekten hört die SIgnale"
die kammern haben darauf teilweise gar nicht geantwortet oder mir mitgeteilt, dass sie sich ja bereits bemühen, den jungen büros eine chance zu geben.
unser büro hat es weiter mit VOF-verfahren versucht, da bekommt man dann nicht einmal mehr eine absage oder erfährt, welches büro ausgewählt wurde. ende der transparenz-basta.
in den monatlichen kammerpublikationen wird den jungen architekten dann emfpohlen in china, österreich oder sonstwo im ausland zu arbeiten, besser stadtführungen zu veranstalten, ein memory zu entwerfen, ihre entwürfe auf t-shirts abzudrucken oder das eigene marketing grundlegend zu verbessern und sich auf einer messe zu präsentieren.
...dabei sprechen die zahlen für sich: im baunetz sind von allen nationalen wettbewerben (zieht man die studentenwettbewerbe und die awards für gebaute architektur ab) gegenwärtig nur zwei offene wettbewerbsverfahren vertreten - das ist sogar eher viel, vergleicht man mit den letzten jahren.
alles in allem hilft wirklich nur eines: offene wettbewerbe in allen bundesländern für alle bauaufgaben - oder anders ausgedrückt:
CHANCENGLEICHHEIT FÜR JUNG UND ALT, GROSSE UND KLEINE
darum sollten sich die kammern nicht nur bemühen, sondern das könnten sie sehr wohl für ihre mitglieder einfordern.
dafür müssen die mitglieder dies aber zunächst einfordern. also ran liebe kollegInnen!
Offener Wettbewerb, frei für jeden, Chancen für jeden, Planungsschlaraffenland!
Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, jemals dazu ein Statement von meiner Kammer gehört oder gelesen zu haben. Oder irgendeine Aktivität dazu, die über das jährliche Eintreiben des Beitrages einschließlich kläglicher Kopien der Beitragsordnung hinausgeht.... Schönes Fest!
Allein die Gegenüberstellung von Verwaltungsausgaben und Ausgaben für z. B. Öffentlichkeitsarbeit spricht für sich.
Im übrigen hängen gute Ideen nicht von Auswahl
kriterien ab; die Realisierung steht dann auf einem ganz anderen Blatt.
Das heutige Wettbewerbswesen ist eine geschlossene Gesellschaft der üblich Verdächtigen, die mal Richter und mal Teilnehmer sind; jeder von denen weiß, welcher Entwurf von wem stammt; entsprechend kümmerlich sind letztendlich auch die Ergebnisse.