Fenster auf in New York City
sauerbruch hutton und Studio Gang bauen German House um
Die beiden Büros sauerbruch hutton (Berlin) und Studio Gang (Chicago u.a.) werden das German House in New York City umbauen. Das gaben sie gestern offiziell bekannt. Für das Berliner Büro ist es das erste Bauprojekt in den USA. Es fungiert als Lead Designer, während Studio Gang mit ihrer New Yorker Dependance als Generalplaner und verantwortliches Büro vor Ort agieren.
Das German House liegt quer gegenüber dem ikonischen Hauptsitz der Vereinten Nationen. Es entstand in den 1990er Jahren im Auftrag der BRD, um einen repräsentativen Sitz für die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen zu haben. Geplant und gebaut hat es das ortsansässige Büro Schuman, Lichtenstein, Claman & Efron. Der 1998 eröffnete Bau mit der Adresse 871 United Nations Plaza ist im Eigentum der Bundesrepublik. Neben der Ständigen Vertretung befinden sich im German House unter anderem auch das deutsche Generalkonsulat und die Repräsentanz des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD.
Der Umbauauftrag für das knapp 30 Jahre alte Haus resultiert aus einem zweistufigen VgV-Verfahren, das Anfang des Jahres ausgeschrieben worden war. Energetische Optimierung und eine verbesserte innere Strukturierung sind zentrale Zielsetzungen des Projekts. Mit dem Umbau wird auch die Art-Deco-inspirierte Fassade des 23-Geschossers einer neuen, farbigen und technisch avancierten Hülle weichen, wie man sie von sauerbruch hutton kennt.
Drei Anliegen verfolgen die Büros mit ihrem Entwurf, schreiben sie in ihrer gemeinsamen Mitteilung zum Projekt. Erstens sollen „Deutschlands demokratische Werte“ repräsentiert werden, zweitens wollen sie eine hervorragende Arbeitsplatzumgebung gestalten und drittens ein städtisches Wahrzeichen schaffen.
Wie sich demokratische Werte baulich umsetzen lassen, ist bekanntlich ein herausforderndes Thema – insbesondere beim sicherheitsrelevanten Umbau eines Bestandsbaus. Und zwischen den weitaus höheren Nachbarn zur Landmarke zu werden, dürfte auch nicht ganz einfach sein. Vielsagend ist in diesem Zusammenhang und mit Blick auf die möglichst guten Arbeitsplätze der Hinweis, dass die Nutzer*innen „ganz im Sinne einer gewissen nationalen Eigenart“ die Fenster ihrer Büros werden öffnen können, um für natürliche Belüftung zu sorgen. Low-Tech wird die neue Hülle trotzdem nicht. In die geplante Doppelfassade sollen PV-Elemente und ein hocheffizientes Verschattungssystem integriert werden – natürlich „Made in Germany“.
Aufgrund der Sicherheitsanforderungen des Gebäudes wurde bis auf drei Visualisierungen kein Bildmaterial veröffentlicht. 2033 soll das Umbauprojekt abgeschlossen sein. Der Kostenrahmen liegt bei umgerechnet 156 Millionen Euro. Dafür werden 10.380 Quadratmeter Bruttogrundfläche transformiert. Hoffentlich so nachhaltig, dass man Anfang der 2060er Jahre nicht schon wieder sanieren muss. (gh)





Nur mit SIcherheitsaspekten lässt sich das nicht begründen. Gerade das Gesicht der BRD nach aussen wäre ja schon ein gebautes Statement wert. Und deutsche Büros mit Zulassung in USA gäbe es ja genug....