398 im Gallusviertel
Wohnblock in Frankfurt am Main
Das unweit des Frankfurter Hauptbahnhofs gelegene Gallusviertel hat sich in jüngster Vergangenheit vom Industriegebiet zum Wohn- und Geschäftsquartier gewandelt. Auf einem rund 11.560 Quadratmeter großen ehemaligen Gewerbegrundstück an der Kleyerstraße Ecke Krifteler Straße, auf dem zuvor unter anderem ein Rechenzentrum und eine Trafostation standen, ließ der zum Schweizer Versicherungskonzern gehörende Immobilienentwickler Swiss Life Asset Managers in zwei Bauabschnitten einen Großblock mit 398 Wohnungen, Ladenzeile und Kita realisieren. Entworfen wurde das Projekt Kleyers von Stefan Forster Architekten (SFA) mit Karl Dudler Architekten und Fritz Ludwig Architekten (alle Frankfurt am Main).
Der Standort liegt in heterogener Nachbarschaft: auf die Gründerzeit zurückgehende Blockstrukturen im Norden, eine offene, eher unregelmäßige Bebauung im Süden und Westen. Darauf reagiert der Entwurf mit einer geschlossenen, siebengeschossigen Blockrandbebauung, die an der Straßenkreuzung in einer gefalteten Ecke kulminiert und zum Innenhof schmale Flügel ausbildet. Mit der gewählten Großform, die 32.400 Quadratmeter Fläche umfasst, knüpfe man bewusst an die großstädtischen Reformblöcke der 1920er Jahre und den damit verbundenen Gedanken einer kollektiven städtischen Wohnanlage an, schreiben SFA im Pressetext.
Diese Referenz spiegelt sich auch in der Fassadengestaltung wider. Über einem massiven Klinkersockel erheben sich helle Putzflächen; Loggien, Erker und regelmäßig gesetzte Dacheinschnitte entlang der Krifteler Straße lassen eine plastische Kubatur entstehen. Im großzügigen Innenhof taucht der Klinker als vertikale Akzentuierung wieder auf, auch hier bringen Vor- und Rücksprünge Abwechslung in den großmaßstäblichen Baukörper. Parkartig gestaltet und mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt, soll das Innere des Blocks künftig zu einem kleinen Wäldchen werden. Die landschaftsarchitektonische Planung lag bei Freiraum Rabsilber Heckmann Giese (Wiesbaden).
Im Inneren ist der in elf Häuser unterteilte Baukörper so organisiert, dass je sechs Wohnungen pro Etage von einem Treppenhaus erschlossen werden. Die Wohnungsgrößen varrieren zwischen Ein- bis Vierzimmerwohnungen, der Schwerpunkt liegt auf Einheiten mit zwei und drei Zimmern. Rund 20 Prozent der Wohnungen sind barrierefrei. 96 der Wohneinheiten entstanden mit öffentlicher Förderung, bei den anderen handelt es sich um frei finanzierte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen. Dieser Mix soll in Kombination mit der Kita und den Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss an der Kleyerstraße für einen heterogenen Quartierscharakter sorgen. In der Tiefgarage stehen Stellplätze für 220 Autos und 800 Fahrräder zur Verfügung. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Stefan Forster Architekten, Karl Dudler Architekten und Fritz Ludwig Architekten
- Mitarbeit:
- Wiebke Nolte, Attila Bende, Marie Luise Drilling, Rubén Robledo Ibáñez, Ahmed Ibrahim, Julian Kusnawijaya, Julia Tamm, Xiaoyan Wu, Samuele Caruso, Dino Burnic, Marco Kostic
- Freiraumplanung:
- Freiraum Rabsilber Heckmann Giese
- Bauherrschaft:
- Swiss Life Asset Managers Deutschland
- Fläche:
- 32.400 m² Bruttogrundfläche





der blickt arglos milde auf das, was aus
dem Hause Forster wird präsentiert,
wird hier doch die Ecke nicht, wie‘s ihr gebührt,
mit Mut und Verve auf die Spitze getrieben,
sondern viel mehr durch Bruch in zwei Erker zerrieben,
die (dank falschem Grundriss!) mit welcher Funktion
auch immer das Haus bringen um den Lohn,
sich und Straße dort eine Adresse zu bilden,
und stattdessen Flaneuren der vielen milden
klimawandelgestützten warmen Nächte
wohl mehr definiert - als Gelegenheit - rechte
Eckchen, drückende Blasen zu leeren.
Jedenfalls sollte man sich dereinst nicht beschweren,
wenn die Wertschätzung, die man öffentlichem Raum
hier angedeihen ließ doch kaum,
gleichermaßen wird öffentlich untermauert,
und so es nicht allzu lange dauert,
bis doch die Adressbildung trete ein:
wo die Hunde gewöhnlich heben ihr Bein.
Ob nun Peter Behrens oder MvdR:
Less IS more. Zuviel Gezackel!
super gefloskelt!
"die spitze Ecke entfernt an das Bild vom Chilehaus. In Frankfurt ist die Ecke dann aber gebrochen nach Mies`scher Sitte. Große Gesten und Namen, lose assoziiert."
für mich ist das nicht eine Assoziation sondern eine unentschiedene Bastelei....eine Ecke von Hinz und den Risalit von Kunz