Gewächshaus für Life Sciences
Unigebäude in Hamilton von Moriyama Teshima Architects
Das 1970 errichtete Life Sciences Building der McMaster University im kanadischen Hamilton wird seit 2022 nach Plänen von Moriyama Teshima Architects (Toronto/Ottawa) umfassend saniert und neu strukturiert. Ein wichtiger Bauabschnitt wurde 2024 mit der Fertigstellung eines neuen Gewächshauses abgeschlossen. Es ersetzt eine ältere, außerhalb des eigentlichen Gebäudekomplexes gelegene Anlage und erweitert den Bestand um Forschungsflächen sowie Aufenthaltsgelegenheiten und Lernplätze.
Die McMaster University wurde 1887 in Toronto gegründet und zog 1930 nach Hamilton in der Provinz Ontario um. Ihren Namen verdankt sie nicht etwa dem Abschluss, den man hier erwerben kann, sondern dem kanadischen Senator und Unternehmer William McMaster. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Hochschule zu einer international bekannten Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in den Natur- und Gesundheitswissenschaften.
Der kontinuierlich gewachsene Campus erstreckt sich heute im Westen der Stadt. Ein zentrales Lehr- und Forschungsgebäude ist das Life Sciences Building, das seinerzeit aus vorgefertigten Betonteilen errichtet wurde. Die neue, leichte Struktur des Gewächshauses bildet einen Kontrast zum massiven Bestandsbau. Von außen wirkt das Volumen trotz des markanten Sägezahndachs zurückhaltend – umso überraschender ist seine Zweigeschossigkeit im Inneren. Möglich wird diese Konfiguration durch die Absenkung des Baukörpers unter das Geländeniveau.
Hinter dem großen, mit Holz gefassten Eingang führt ein verglaster Verbindungsgang weiter ins Gebäude. Von hier aus blickt man hinunter in den Gewächshausraum mit seiner Pflanz- und Forschungsinfrastruktur. Dahinter öffnet sich ein heller, großzügiger Aufenthalts- und Lernbereich. Er ist mit dem Bestandsgebäude verbunden und bildet das neue Zentrum des Komplexes. Massive Holzträger, Sichtbeton und helle Böden bestimmen die Räume.
Im Gewächshaus selbst simulieren unterschiedliche Abschnitte verschiedene Klimazonen, wie sie etwa im Regenwald oder in der Savanne vorzufinden sind. Insgesamt können hier mehr als 200 Pflanzenarten aus einer Vielzahl von Regionen kultiviert und untersucht werden. Komplementiert wird die allgemeine Vegetation durch Forschungsflächen, sogenannte Research Cells. Zwei größere und acht kleinere Zellen ermöglichen es, gezielt spezifische Umweltbedingungen herzustellen.
Einige Teile der Ergänzung sind öffentlich zugänglich, die eigentlichen Forschungsbereiche bleiben hingegen gesichert. Verglasungen und offene Erschließungen ermöglichen dennoch Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit. Die Gesamtsanierung des Life Sciences Building soll im Juli 2028 abgeschlossen werden. (dsm)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- Moriyama Teshima Architects
- Team:
- Carol Phillips, Ronen Bauer, Jessica Prescott, Phil Silverstein, Andrea Janzen, Boris Pavicevic, Deya Iskandarova, Yohan Jang, Maria Pavlou, Chris Ertsenian
- Landschaftsplanung:
- MWLA
- Tragwerksplanung:
- WalterFedy
- Haustechnik:
- Quasar Consulting Group
- Berater Gewächshaus:
- Larssen Greenhouse Consultants
- Kostenplanung:
- Turner & Townsend
- Genehmigungsberatung:
- LMDG Building Code Consultants
- Akustikberatung:
- Thornton Tomasetti
- Bauherrschaft:
- McMaster University
- Fläche:
- 1.060 m²
In Toronto realisierten Moriyama Teshima Architects ein Holzhochhaus für die Architekturfakultät.




